Onkel steht vor Gericht : Sechsjährige nach Missbrauch gestorben

Mit selbst gemischten K.o.-Tropfen soll ein 53-Jähriger seine beiden Nichten betäubt und dann mehrfach sexuell missbraucht haben. Eine Sechsjährige starb. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Der Angeklagte Wolfgang R. sitzt am Mittwoch in Bonn (Nordrhein-Westfalen) im Landgericht auf der Anklagebank. Hier hat der Prozess gegen den 53-jährigen Mann begonnen, der seine sechsjährige Nichte mit K.o.-Tropfen betäubt und missbraucht haben soll. Die Tropfen hatten das Kind bewusstlos gemacht. Es geriet in Atemnot und erstickte. Die Anklage wirft dem Mann sexuellen Missbrauch mit Todesfolge, gefährliche Körperverletzung und versuchten Mord vor.
Der Angeklagte Wolfgang R. sitzt am Mittwoch in Bonn (Nordrhein-Westfalen) im Landgericht auf der Anklagebank. Hier hat der...Foto: dpa

Ein 53 Jahre alter Mann aus Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) soll jahrelang seine beiden kleinen Nichten mit selbst gemixten K.o.-Tropfen betäubt und anschließend missbraucht haben. Ein sechsjähriges Mädchen starb am 6. April, nachdem er ihr eine zuvor noch nicht erprobte Mixtur gegeben hatte. Das Kind war in schwere Atemnot geraten und erstickt.

Seit Mittwoch steht der Mann vor dem Bonner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Mord vor. Der Mann könnte zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt werden.

Der Angeklagte hatte bei seinen Vernehmungen die Taten gestanden, aber abgestritten, dabei sexuell motiviert gewesen zu sein. Beim Prozessauftakt sagte der 53-Jährige, er habe keine Erinnerung an den Todesabend der Sechsjährigen. Die Staatsanwaltshaft wirft ihm vor, erst Stunden, nachdem er den lebensbedrohlichen Zustand des Mädchen bemerkt habe, einen Notarzt gerufen zu haben.

Zwischen 2011 und April 2013 soll sich der Mann 13 Mal an den Kindern vergangen haben. In elf Fällen habe er ihnen zuvor K.o.-Tropfen verabreicht, sagte der Staatsanwalt. Der Sechsjährigen soll er die tödlichen K.o.-Tropfen vor dem Abendessen unter die Nudelsoße gerührt haben.

Alle Übergriffe auf die beiden den Mädchen hat der 53-Jährige gefilmt. In seinem Auto fanden die Ermittler einen Sack mit der Kamera und den Filmen, die er von den Mädchen gemacht hatte. Er habe nachstellen wollen, was er in Videos mit Kinderpornografie gesehen habe, sagt der Mann. Etwa seit dem Jahr 2000 habe er Filme mit kinderpornografischem Inhalt aus dem Internet heruntergeladen. Auf seinem Computer faden sich 48 600 Bild- und Videodateien mit entsprechendem Inhalt. (dpa)

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