Welt : Oper: Janácek, Sarka, Mackerras

jök

Janáceks "Sarka" ist Wasser auf die Mühlen all derer, die behaupten, Wagners Opern seien einfach zu lang. Denn der erste Opernversuch des "Jenufa"-Komponisten kommt mit einer einzigen Stunde Spielzeit aus, und das, obwohl der Dreiakter kaum etwas anderes ist als die tschechische Version von Siegfried und Brünnhilde. Wo der Stoff um die Amazonenkriegerin Sarka und den tenoralen Strahlemann Ctirad noch ganz der Mythenwelt des 19. Jahrhunderts verhaftet ist, verrät die Musik mit ihren elektrisierenden rhythmischen Ostinati schon den Komponisten des 20. Jahrhunderts - wohl auch, weil Janácek seinen Erstling in den zwanziger Jahren noch einmal gründlich überholte. Charles Mackerras und die Tschechische Philharmonie liefern mit der Ersteinspielung die Idealinterpretation.

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