Operation : Papst stürzt im Urlaub

Benedikt XVI. bricht sich im Feriendomizil im Aostatal das rechte Handgelenk. Eine 20-minütige Operation war die Folge.

Dominik Straub[Rom]
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Foto: dpa

Der Papst verließ die Klinik „Umberto Parini“ im norditalienischen Aosta am Freitagnachmittag lächelnd, aber mit einem eingegipsten Handgelenk. Benedikt XVI. war in das Krankenhaus gebracht worden, nachdem er sich bei einem Sturz an seinem Urlaubsort in den italienischen Alpen in der Nacht zum Freitag das rechte Handgelenk gebrochen hatte. In einer 20-minütigen Operation richteten die Ärzte den Bruch. Den Gips wird der 82-Jährige vier Wochen lang tragen müssen.

Benedikt XVI. sei in der Nacht in seinem Zimmer ausgerutscht und gestürzt, hieß es in einer knapp gehaltenen Mitteilung des Vatikansprechers Padre Federico Lombardi. Trotz der Handverletzung habe der Papst zunächst die Morgenmesse gefeiert und gefrühstückt. Nach italienischen Medienberichten wurde der Papst zunächst von seinem Leibarzt untersucht. Weil die Schmerzen immer stärker wurden, habe er sich in Begleitung seines Privatsekretärs Georg Gänswein in das Krankenhaus von Aosta begeben. Benedikt sei mit dem Auto gebracht worden und dann zu Fuß in die Klinik gegangen.

Der Papst habe die Ärzte darum gebeten, „wie alle anderen Patienten behandelt zu werden“, wussten italienische Medien zu berichten. Er habe beim Röntgen gewartet, bis er an die Reihe kam, und auch die Operation habe sich leicht verzögert, da der Operationssaal gerade von einem Patienten mit einer akuten Bauchfellentzündung belegt gewesen sei. Die Handgelenk-Operation erfolgte laut den Berichten unter örtlicher Betäubung.

Noch ehe Spekulationen über den allgemeinen Gesundheitszustand des Kirchenoberhaupts ins Kraut schießen konnten, betonten Vatikan-Kreise, dass der Sturz nicht etwa Folge eines Schwächeanfalls oder gar einer vorübergehenden Ohnmacht gewesen sei. Der Papst sei ganz einfach beim Verlassen des Bades ausgerutscht. In der Klinik hätten die Ärzte neben den Röntgenaufnahmen für das Handgelenk und dem kleinen operativen Eingriff auch gleich eine allgemeine Untersuchung durchgeführt. Bei der Gelegenheit hätten sie festgestellt, dass sich der Papst bester Gesundheit erfreue, hieß es.

Vielmehr scheint der Papst im Urlaub dazu zu neigen, zu wenig Vorsicht walten zu lassen. Schon vor 17 Jahren, als er noch Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation gewesen war, war Joseph Ratzinger während des Urlaubs im Bad gestürzt. Dabei schlug er sich so stark den Kopf, dass er eine Platzwunde erlitt, die mit mehreren Stichen genäht werden musste. Der Unfall passierte im August 1992 in Bressanone.

In seinen Ferien im Aostatal wollte Benedikt XVI. unter anderem am zweiten Teil seines Jesusbuches arbeiten. Da der Papst Rechtshänder ist und normalerweise von Hand schreibt, wird er sich nun auf das Diktieren verlegen müssen. Ganz verzichten müssen wird das Kirchenoberhaupt auf das Klavierspielen, das er gerade im Urlaub ebenfalls gerne pflegt. Dennoch will sich der Papst den Aufenthalt im Aostatal von seinem Malheur nicht verderben lassen: Er möchte wie geplant zwei Wochen in Les Combes verbringen, wo er am vergangenen Montag eingetroffen war.

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