Welt : Opfer des Tsunamis siedeln um Viele wollen im Süden Japans neu anfangen

Gut drei Wochen nach dem Tsunami in Japan können die ersten Opfer aus Notunterkünften in Behelfswohnungen umziehen. Manche Familien haben sich entschlossen, zumindest für einige Jahre in entferntere Orte umzuziehen, wo es Wohnungen, Schulen und Arbeitsmöglichkeiten gibt. Die meisten leiden allerdings noch immer unter den traumatischen Erlebnissen. Deshalb gehe es jetzt immer mehr um die psychologische Unterstützung der Opfer, berichtet die Pfarrerin der deutschen Evangelischen Gemeinde in Tokio, Elisabeth Hübler-Umemoto, in einem am Dienstag von der Partnergemeinde in Peking verbreiteten Schreiben. „Was die Medien nicht zeigen, sind all die traumatisierten, verzweifelten, deprimierten Menschen, die einfach Zuwendung brauchen, Ansprache und neuen Mut“, so Hübler-Umemoto. An vielen betroffenen Orten würden erst jetzt freiwillige Helfer angefordert. Die Regierung habe Universitäten aufgerufen, bei Studenten für Hilfseinsätze zu werben und ihnen als Anreiz Studiengebühren zu erlassen.

Am Atomkraftwerk Fukushima in Japan wird unterdessen weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Auch aus dem Leck unterhalb von Reaktor 2 fließt weiter radioaktives Wasser ab, allerdings etwas weniger als bisher, was Betreiber Tepco als Erfolg der laufenden Abdichtungsversuche deutet. Das Abpumpen werde voraussichtlich bis zum Wochenende dauern, teilte Tepco mit. Nachdem inzwischen radioaktiv belastete Fische gefunden wurden, setzte Japans Regierung Grenzwerte für die Strahlenbelastung bei gefangenem Fisch und Meeresfrüchten fest. Die Menschen aus der Gegend um Fukushima können sich derweil auf erste Entschädigungszahlungen einstellen, wie Tepco mitteilte. Das Geld könnte zum Monatsende fließen – wie viel, ist aber noch unklar. Über die Höhe will sich Tepco mit der Regierung beraten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Konzern berichtete.dpa/KNA

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