Organspende-Show : Hoppe: "Moralisch verkommene Medienagentur"

Der Präsident der Bundesärztekammer hat die im niederländischen Fernsehen geplante "Spendershow" scharf kritisiert.

Organ
Foto: dpa

Berlin"Diese Sendung ist das makabere Spiel um menschliche Not einer moralisch völlig verkommenen Medienagentur". Drei Kandidaten sollen bei der Show um die Niere einer todkranken Frau wetteifern. Das Konzept kommt von der Agentur Endemol, die seinerzeit auch Big Brother ins Fernsehen brachte. "Inszeniertes Leid und Voyeurismus werden in einer Organshow dargeboten, die durch Menschenverachtung die Quote steigern soll. Wir brauchen dringend einen europäischen Wertekonsens, der diese unwürdige Zurschaustellung menschlichen Elends unterbindet", sagte Präsident Jörg-Dietrich Hoppe.

An diesem Samstag (2. Juni) ist der bundesweite Tag der Organspende. Deutschlandweit warten nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation derzeit rund 12.000 Menschen auf eine Organspende. Täglich sterben jedoch drei davon, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt. Allein in Berlin hat sich laut Techniker Krankenkasse im vergangenen Jahr die Zahl der Organspender gegenüber 2005 von 81 auf 65 verringert. In Berlin kamen damit 2006 auf eine Million Einwohner noch 19 Organspender. In Mecklenburg-Vorpommern seien es dagegen 30 gewesen, hieß es.

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