Osnabrück : Mann tötet Ehefrau und Schwiegermutter

Ein wütender Ehemann hat offenbar seine Frau und deren Mutter erstochen. Danach raste er mit dem Auto durch den Vorgarten bis ins Wohnzimmer. Die Frau hatte sich am Mittwoch von ihm getrennt.

Osnabrück, Amokfahrer
Mit voller Wucht raste der Mann in das Haus der Schwiegereltern. -Foto: dpa

OsnabrückErst erstach er seine Ehefrau und seine Schwiegermutter, dann raste er mit einem Auto in das Haus der Schwiegereltern und setzte es in Brand: In Osnabrück sind eine 32 Jahre alte Frau und ihre 53 Jahre alte Mutter am Samstag Opfer dieser Familientragödie geworden. Der 33 Jahre alte Ehemann hatte die beiden erstochen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Ermittler fanden ein Messer mit Blutspuren am Tatort. Die beiden in dem Haus schlafenden ein und drei Jahre alten Töchter des Paares blieben unverletzt. Der Mann soll psychisch krank sein.

Wahrscheinlich habe der 33-Jährige den Brand mit Benzin gelegt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer. Der Mann wurde mit schwersten Brandverletzungen in eine Klinik nach Dortmund gebracht. Er lag im Koma. Die beiden Kinder wurden von der Feuerwehr aus dem Obergeschoss des Hauses gerettet und vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Ihnen gehe es gut. Zunächst hatte es geheißen, die Mädchen seien leicht verletzt. "Sie haben die Vorgänge nicht in vollem Umfang aufgenommen", sagte Kriminaldirektor Johannes Richter. Der 66 Jahre alte Schwiegervater habe sich mit einem Sprung aus einem Fenster im Erdgeschoss retten können. Er erlitt nach Angaben der Feuerwehr einen Schock.

Freiwillig in psychiatrischer Behandlung

Die Obduktion der beiden Leichen ergab, dass sie an Stichverletzungen gestorben waren. Bei der 32-Jährigen seien drei Messerstiche in Herz, Lunge und Leber festgestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Stich ins Herz sei tödlich gewesen. Weder an dem Leichnam der 32-Jährigen noch an dem ihrer 53 Jahre alten Mutter seien Brandverletzungen festgestellt worden.

Das aus Osnabrück stammende Ehepaar sei vor einigen Jahren ins bayerische Landshut gezogen. Es sei häufig zu Streit gekommen gekommen, die Polizei sei aber nie verständigt worden, sagte Richter. Das Paar habe sich wegen der dauernden Auseinandersetzungen immer wieder getrennt. Im vergangenen Dezember sei die Frau mit den Kindern schon einmal zu ihren Eltern nach Osnabrück gezogen. Der Mann habe daraufhin mit Selbstmord gedroht. Er sei freiwillig für eine psychiatrische Behandlung in ein Landeskrankenhaus in Bayern gegangen, sagte Retemeyer.   

Am vergangenen Mittwoch dann sei die Ehefrau mit ihren Kindern wegen eines erneuten Streits wieder zu ihren Eltern nach Osnabrück geflüchtet. Einen Tag später - am Donnerstag - habe der Mann vor der Tür gestanden und wollte die Kinder sehen, was seine Ehefrau nicht zugelassen habe. Stattdessen verständigte sie die Polizei, die aber erst eintraf, nachdem der Ehemann wieder gegangen war. Den Beamten habe sie bei der Gelegenheit gesagt, dass ihr Mann psychisch krank sei, sich aber nicht behandeln lassen wolle, erklärte Retemeyer. (mpr/dpa)

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