Ostsee : Buckelwal schwimmt wieder vor Rügen

Der Ende Juli vor Rügen aufgetauchte Buckelwal ist wieder da. Am Sonntagabend wurde er vor dem Hafen Lohme erneut gesichtet. Es handelt sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um dasselbe Tier, so eine Expertin.

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Buckelwal vor Rügen gesichtet. -Foto: ddp

StralsundDer Buckelwal in der Ostsee ist erneut vor der Küste Rügens gesichtet worden. Er sei am Sonntagabend vor Lohme im Nordosten der Insel aufgetaucht, bestätigte das Stralsunder Meeresmuseum. Die Mitarbeiterin im Schweinswal-Projekt des Museums, Kathrin Krügel, sagte, anhand von Fotos sei man "zu 99 Prozent" sicher, dass es sich um dasselbe Tier handele, das am 25. Juli von Kap Arkona aus beobachtet und fotografiert worden war. Buckelwale seien an der Finne - der Rückenflosse - zu identifizieren, die bei jedem Tier individuelle Einkerbungen aufweise.

Der Buckelwal ist nach den Worten der Meeresmuseums-Biologin Anja Brandecker in den vergangenen Tagen auch vor der polnischen Küste gesichtet worden. Dass er jetzt wieder vor Rügen auftauchte, lasse hoffen, dass er auf dem Rückweg in den Atlantik sei. Dem Rundfunkbericht zufolge beobachteten Hunderte Schaulustige am Strand von Lohme das rund zwölf Meter lange Tier. Touristen und Fischer hätten von Booten aus Fotos des Meeressäugers gemacht. Einige berichteten, dass der Wal eine etwa zwei Meter lange Schnittwunde habe. Anja Brandecker sagte, auf den Fotos sei nur eine Narbe hinter der Rückenfinne zu sehen gewesen.

Bislang ist unklar, ob der noch junge Buckelwal sich bei der Futtersuche in der Ostsee verirrt hat oder auf Entdeckungstour gegangen ist. Jugendliche Buckelwale sind Experten zufolge neugierig und unternehmungslustig. Der dänische Walforscher Carl Kinze vermutete, möglicherweise sei das Tier großen Heringsschwärmen in die Ostsee gefolgt. Insgesamt reicht Walforschern zufolge das Nahrungsangebot in der Ostsee für Buckelwale nicht aus. Buckelwale (Megaptera novaeangliae) leben weltweit in allen Ozeanen, im Sommer meist in den Polarregionen, im Winter in subtropischen Gewässern. (ck/dpa)

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