Ostsee : Weiter Gefahr für Schwimmer

Hohe Wellen und Unterströmungen machen das Schwimmen in der Ostsee weiterhin gefährlich. Nach den Todesfällen der letzten Tage ist eine größere Vorsicht der Badenden zu beobachten.

Rettungsschwimmerin Clarissa Brechtken beobachtet am 24.07.2014 am Timmendorfer Strand in Niendorf den Badestrand.
Rettungsschwimmerin Clarissa Brechtken beobachtet am 24.07.2014 am Timmendorfer Strand in Niendorf den Badestrand.Foto: dpa

Das Schwimmen in der Ostsee bleibt wegen des starken Windes vielerorts gefährlich. Die Retter auf Usedom und Rügen hissten deshalb am Donnerstag an den Stränden von Trassenheide, Ahlbeck und Sellin die gelbe Flagge. Baden war dort zwar erlaubt, jedoch nur für geübte Schwimmer. In Binz, wo zunächst keine Flaggen gehisst waren, frischte der Wind gegen Mittag auf. In Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein blieb die rote Flagge gehisst. Dort galt weiter das von den Rettern empfohlene Badeverbot. Noch immer weht der Nordostwind in Vorpommern mit Stärke drei bis fünf, wie Uwe Ulbrich vom Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee sagte. In Spitzen könnte die Stärke sieben erreicht werden.

Entspannung ist zum Wochenende in Sicht. Der Wind soll dann auf Ost drehen, erreicht eine Stärke bis drei, in Böen bis fünf. Je höher die Wellen, desto stärker ist die Unterströmung, die sie beim Zurückfluten erzeugen.

Mehr als 20 Menschen starben in den vergangenen Tagen im Wasser – einige von ihnen bei starker Strömung und heftigem Seegang in der Ostsee. „Nach diesen Todesfällen sind die Urlauber sensibilisierter geworden“, sagte der Binzer DLRG-Rettungsschwimmer Maik Grotsch am Donnerstag. Es riefen sogar Urlauber von unbewachten Stränden auf den DLRG-Wachtürmen an, um nachzufragen, ob das Baden gefährlich sei.

In Rügens größtem Ostseebad Binz messen Rettungsschwimmer im Abstand von rund zwei Stunden die Wellenhöhe und Unterströmung, indem sie selbst ins Wasser gehen, die Wasserströmung in Beinhöhe einschätzen und sich dabei auch auf den Meeresgrund legen, um zu spüren, mit welcher Kraft der Körper abgetrieben wird. „Die gefährlichste Stelle ist dann maßgebend für den Strand“, sagte Grotsch. (dpa)

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