Ostsee : Zweiter Buckelwal gesichtet

Fotos beweisen es: Ein zweiter Buckelwal ist in der Ostsee aufgetaucht. Im Gegensatz zu seinem Artgenossen, der Ende Juli gesichtet wurde, hat er keine Kerbe in der Rückenfinne. "Ich bin mir so sicher, wie man nur sein kann, dass es zwei sind", so der Walforscher Carl Kinze.

Buckelwal
In der Ostsee schwimmen offenbar zwei Buckelwale. -Foto: dpa

RostockIn der Ostsee schwimmt möglicherweise ein zweiter Buckelwal. Der dänische Meeresbiologe Carl Kinze kam nach Auswertung von Fotos im Gespräch mit der "Ostseezeitung" zu folgendem Schluss: Der am Freitag in der Lübecker Bucht gesichtete Wal ist eindeutig nicht der Meeressäuger, der seit drei Wochen immer wieder vor der Insel Rügen gesehen wird.

Die Wale seien an der Rückenfinne zu unterscheiden, erläuterte Kinze. Während der seit Ende Juli immer wieder in der Ostsee gesichtete Wal zwei Kerben in der Rückenfinne habe, seien auf den Fotos des Neulings keine zu sehen. Auch habe das neu aufgetauchte Tier weniger Kratzer, die meist von anderen Fischen oder Krebstieren stammten, und es sei vermutlich kleiner und jünger. "Aber das ist eine vorläufige Einschätzung", sagte Kinze.

Der Unterschied liegt in der Rückenfinne

Zwei Buckelwale in der Ostsee seien eine doppelte Sensation, sagte Kinze der Zeitung. 1806 sollen schon einmal zwei Wale in dem Binnenmeer gesichtet worden sein. Er hält es für wahrscheinlich, dass der Dienstag vor Warnemünde gesichtete Buckelwal der selbe ist, der vor Niendorf beobachtet wurde, während der erste Wal zuletzt am Mittwoch vor Sellin gesehen wurde.

Die Gründe für das Auftauchen der Wale in der Ostsee sind weiter unklar. "Es ist nicht auszuschließen, dass sie dahin gehen, wo es viel Fisch gibt", sagte Kinze. So habe der erste Buckelwal im Öresund und vor Rügen regelrechte Fressgelage gehalten. Hinzu komme, dass sich der Buckelwalbestand im Nordatlantik erholt habe, so dass auch mehr Tiere auf der Nahrungssuche in die Ostsee wanderten. Außerdem seien heute mehr Menschen zur Beobachtung sensibilisiert, alle hätten Kameras, so dass eine Walbeobachtung eher belegt werden könne als noch vor ein paar Jahren.

Kinze rief dazu auf, so viele Fotos wie möglich von den Walen zu machen und die Bilder dem Stralsunder Meeresmuseum zur Verfügung zu stellen. (sgo/dpa/ddp)

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