Pädophilen-Razzia : Zwei Tatverdächtige in Deutschland ermittelt

Unter den 700 Verdächtigen eines weltweiten Kinderpornographie-Rings sind nach Tagesspiegel-Informationen auch ein Brandenburger und ein Bayer. Inzwischen wurden 63 Personen festgenommen, weitere Festnahmen sollen folgen.

BerlinDas Bundeskriminalamt war nach Informationen des Tagesspiegels in die weltweiten Ermittlungen gegen den internationalen Kinderpornografie-Ring im Rahmen des Austauschs polizeilicher Informationen eingebunden. Demnach haben die Sicherheitsbehörden in Deutschland zwei Tatverdächtige festgestellt. Einer lebt in Brandenburg, der zweite in Bayern. Das Bundeskriminalamt hatte einschlägige Internet-Adressen ermittelt und die Erkenntnisse an die Landeskriminalämter Brandenburg und Bayern weitergegeben. Bei dem Tatverdächtigen in Brandenburg handelt es sich um einen 46-jährigen Mann aus dem Landkreis Spree-Neiße, hieß es in Sicherheitskreisen. Möglicherweise waren auch Verwandte des Mannes an dem Austausch von Kinderpornografie im Internet beteiligt.

Von den 31 geretteten Kindern befinde sich aber keines in Deutschland, erklärten Sicherheitsexperten. Allein in Brandenburg hat die Polizei im vergangenen Jahr in mehreren hundert Fällen von Kinderpornografie ermittelt. Die Vielzahl der Meldungen gehe aber vor allem auf eine steigende Zahl von Anzeigen aus der Bevölkerung zurück, sagte ein Sicherheitsexperte. Zu beobachten sei außerdem eine Verlagerung der Kinderpornografie ins Internet. Das "Täterverhalten“ habe sich offfenbar weltweit geändert: früher seien vor allem "Bildchen" getauscht worden, heute kommunizierten die Pädophilen in Chatrooms, die streng abgeschottet sind.

Nach der Zerschlagung des internationalen Kinderpornografie-Rings sind auch in Australien vier Männer festgenommen worden. Sie hätten Bilder aus dem Bestand der Online-Plattform heruntergeladen, berichtete die Polizei in Canberra. Weitere Festnahmen seien nicht auszuschließen. Zudem wurde ein möglicherweise missbrauchtes Kind in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der australischen Polizei wurden bisher weltweit 63 Menschen festgenommen, 22 missbrauchte Kinder gerettet und neun Kinder vorsorglich in Gewahrsam genommen. (mit dpa)