Pakistan : Entführter Pole von islamischen Extremisten enthauptet

Radikal-islamische Extremisten haben in Pakistan einen verschleppten polnischen Ingenieur geköpft und die Hinrichtung gefilmt. Das Video wurde in Auszügen vom privaten TV-Nachrichtensender Duniya gesendet.

Islamabad/KabulRadikal-islamische Extremisten haben nach eigenen Angaben einen im Nordwesten Pakistans verschleppten polnischen Ingenieur getötet. Der Mann sei nach Ablauf eines Ultimatums an die Regierungen Pakistans und Polens enthauptet worden, sagte ein Sprecher der Extremisten, der sich am Samstag in Anrufen bei diversen Medien als Mohammed ausgab.

Video in Auszügen gezeigt

Das Video von der Hinrichtung wurde am Abend in Auszügen vom privaten TV-Nachrichtensender Duniya ausgestrahlt. Unterdessen kamen bei einem Überfall auf eine Polizeiwache im Zentrum des Landes mindestens sechs Polizisten und zwei zivile Wachleute ums Leben. Der Pole war Ende September in der Nordwest-Grenzprovinz entführt worden. Seinen Fahrer und zwei Bewacher hatten die Angreifer sofort erschossen.

In einem im Oktober veröffentlichten Video hatte der Entführte die Regierung in Islamabad um die Freilassung festgenommener Islamisten gebeten. Die pakistanischen Behörden äußerten sich bislang nicht zu dem Fall des Ingenieurs, dessen Firma in der Region bei der Erschließung neuer Erdöl- und Erdgasfelder engagiert war. In den vom Privatsender Duniya ausgestrahlten Ausschnitten eines Videos von der Hinrichtung kniet der Entführte vor zwei maskierten Bewaffneten und wirft der pakistanischen Regierung vor, nicht genug für seine Freilassung zu unternehmen.

Auch US-Amerikaner verschleppt

Zugleich ruft der Mann die polnische Regierung auf, keine Truppen in muslimische Länder zu entsenden. Die Enthauptung, die nach Angaben von Duniya auch auf dem Videoband war, wurde von dem Sender nicht gezeigt. Erst vor wenigen Tagen war in der westpakistanischen Provinz Baluchistan der Regionalchef des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), ein US-Amerikaner, verschleppt worden. Zu dieser Tat bekannte sich am Samstag eine separatistische Gruppe, die die Loslösung Baluchistans von Pakistan fordert.

Der Überfall auf die Polizeiwache ereignete sich im Distrikt Mianwali in der zentralpakistanischen Provinz Punjab. Die Angreifer erschossen zunächst die beiden Wachhabenden. Anschließend sprengten sie das Gebäude in die Luft. Sechs Polizisten, die in der Wache geschlafen hatten, starben in den Trümmern. Mianwali liegt nur 70 Kilometer östlich der halbautonomen Stammesgebiete, die als Hochburg radikal-islamischer Extremisten und als Rückzugsraum für in Afghanistan aktive Taliban-Kämpfer und Al-Qaida-Terroristen gelten. (mbo/dpa)

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