Pandemie : Erster Europäer stirbt Schweinegrippe

An der Schweinegrippe ist erstmals ein Mensch in Europa gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Krankheit bereits zur Pandemie erklärt.

Ein Patient, dessen Alter und Geschlecht zunächst nicht genannt wurden, war am Sonntag in einem Krankenhaus im schottischen Paisley an dem Grippevirus H1N1 gestorben. Angesichts des ersten Toten des neuen Grippeerregers in Europa hat der britische Gesundheitsminister David Burnham vor Panikmache gewarnt. Bei einer Ansteckung mit dem Virus sei in den meisten Fällen mit einer schnellen und vollständigen Genesung zu rechnen, nur bei einer "kleinen Minderheit" sei es "etwas ernster."

Britischen Medien zufolge handelt es sich bei dem Opfer um eine 38 Jahre alte Frau, die erst vor kurzem ein Baby zur Welt gebracht hatte und dadurch zusätzlich geschwächt gewesen sei. Das Kind sei am 1. Juni zwei Monate zu früh geboren. Wie die Zeitung The Times berichtete, sei die Grippe-Erkrankung der Mutter der Auslöser gewesen.

Das Neugeborene habe sich aber nicht mit dem Virus angesteckt. Weitere neun Patienten werden derzeit noch in dem Krankenhaus wegen der Virusinfektion behandelt. Insgesamt sind in Schottland derzeit 498 Menschen an der Amerikagrippe erkrankt. Erst am Sonntag kamen 35 weitere bestätigte Fälle hinzu. In ganz Großbritannien sind es mindestens 1250 Fälle.

Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde (WHO) inzwischen 145 Menschen an dem H1N1-Virus gestorben. Die meisten Fälle hat es bisher in Mexiko gegeben. Dort starben 108 Menschen an dem Virus. In den USA sind 27 Menschen an dieser Grippe gestorben. Vor vier Tagen hatte die WHO die Amerikagrippe zur Pandemie erklärt und die höchste Alarmstufe 6 ausgerufen. Damit gilt die Influenza offiziell als weltweite Seuche.

Dennoch besteht weiterhin kein Grund zur Panik, wohl aber zur Vorsicht. Die Tatsache, dass sich die Welt nun in der pandemischen Periode befindet, hatte sich bereits angebahnt. Laut WHO-Definiton gilt ein neuer Grippeerreger als pandemisch, sofern er sich länder- und kontinentübergreifend von Mensch zu Mensch ausbreitet. Allerdings gilt die Amerika-Influenza als milde Grippeform. Dies betonte auch die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan und Experten weltweit. Zum Vergleich: Während einer gewöhnlichen Grippewelle sterben jedes Jahr allein in Deutschland zwischen 8000 und 11.000 Menschen.

Zudem sind bereits Maßnahmen angelaufen, um einen Impfstoff herzustellen. Erste Dosen werden voraussichtlich im Herbst zur Verfügung stehen. Bislang lässt sich die Amerikagrippe mit antiviralen Medikamenten behandeln und die überwiegende Mehrheit der Patienten würde wieder vollständig genesen, sagte Margaret Chan, "zumeist auch ohne jegliche medizinische Behandlung."


 

ZEIT ONLINE, dpa, mm

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