Welt : Panik im Flugzeug

Passagiere sahen Treibstoff auslaufen

Rainer W. During

Albtraumszenen spielten sich am Sonntag an Bord eines mit britischen Touristen besetzten, thailändischen Jumbojets ab. Unter den Passagieren des Billigfliegers Phuket Air brach Panik aus, als bei zwei Startversuchen in Scharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten Kerosin über eine Tragfläche lief. Wäre es in die heißen Triebwerke gelangt, hätte es eine katastrophale Explosion gegeben. Obwohl die Luftverkehrsgesellschaft eine Gefahrensituation dementierte, wurde die Boeing 747 zunächst aus dem Verkehr gezogen. Auch eine Ersatzmaschine erwies sich als defekt.

Die Briten befanden sich auf dem Rückflug von Bangkok nach London, der planmäßig einen Tankstopp in Scharjah einlegte. Als die Maschine wieder zum Start rollte, beobachteten Passagiere laut englischen Zeitungsberichten, wie literweise Kerosin von der Flügelspitze aus über die Tragfläche lief. Sie forderten die Besatzung auf, den Flug zu stoppen. Als daraufhin eine erste Panik ausbrach, kehrte die Maschine zum Terminal zurück und wurde überprüft. Als drei Stunden später beim zweiten Startversuch erneut Treibstoff über die Tragfläche schwappte, kam es zum Tumult an Bord. „Stoppen Sie dieses Flugzeug“, hätten die Passagiere gebrüllt und gedroht, das Cockpit zu stürmen, berichteten Betroffene.

In Scharjah war der nächste, mit 350 Passagieren aus Bangkok eingetroffene Jumbojet der Phuket Air gestern zunächst nicht startklar. Hier war von einem Hydraulikschaden die Rede. Es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, sagte ein Airline-Sprecher. Die Maschine sei nur „übertankt“ worden. Für solche Fälle haben Verkehrsflugzeuge Überlaufventile an den Flügelspitzen, so Flugkapitän Thomas Kärger vom Piloten-Controller-Club Berlin (PCCB). Von dort könne der Sprit gefahrlos ablaufen. Ob das Kerosin aus dem Ventil lief oder ein Leck im Tank war, ist unklar. In Passagierforen im Internet gibt es oft Kritik an Phuket Air wegen häufiger Verspätungen, unzulänglichem Service und schmuddeligen Kabinen. Für Deutschland hat die Gesellschaft keine Verkehrsrechte.

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