Papst Franziskus erkennt Wunder an : Mutter Teresa wird heiliggesprochen

Die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa wird von Papst Franziskus heiliggesprochen. Der Papst erkannte die Heilung eines Schwerkranken als Wunder an.

Mutter Teresa wird heilig gesprochen.
Mutter Teresa wird heilig gesprochen.Foto: AFP

Die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa wird heiliggesprochen. Papst Franziskus stimmte der Empfehlung der zuständigen Kongregation im Vatikan zu, wie der Kirchenstaat am Freitag mitteilte. Der weltberühmten Nonne wird damit das für die Heiligsprechung nötige zweite Wunder zugeschrieben. Dabei soll es sich um die unerklärliche Heilung eines schwer kranken Mannes handeln.

Die 1997 im Alter von 87 Jahren gestorbene Mutter Teresa war 2003 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen worden. Das Datum für die Zeremonie der Heiligsprechung muss noch bei einem Treffen des Papstes mit den Kardinälen (Konsistorium) festgelegt werden. Die italienische Zeitung „Avvenire“ berichtete, sie solle am 4. September als ein Höhepunkt des Heiligen Jahres in Rom erfolgen. Selige und Heilige werden in der katholischen Kirche als Vorbilder christlichen Lebens verehrt. Zuletzt hatte Papst Franziskus die Päpste Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heiliggesprochen.

Sie wurde schon lange verehrt wie eine Heilige

Schon zu Lebzeiten wurde Mutter Teresa wie eine Heilige verehrt. Unermüdlich setzte sich die Nonne und Gründerin des Ordens der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ in Indien für die Ärmsten der Armen ein. Seit ihrem Tod 1997 lebte sie als Vorbild und Mythos weiter. 2002 wurde ihr ein erstes Wunder zugeschrieben, am Freitag erklärte der Papst, ihr sei ein zweites Wunder zu verdanken. Damit wird Mutter Teresa bald heiliggesprochen.

Geboren wurde sie am 26. August 1910 in Skopje im heutigen Mazedonien. Ihre Eltern, die aus Albanien stammten, tauften sie auf den Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu. Mit 18 Jahren trat sie in den irischen Loreto-Orden ein und kam als Novizin nach Indien, wo sie zunächst an einer katholischen Schule unterrichtete. Sie nahm den Namen Teresa an, nach der französischen Heiligen Therese von Lisieux.

Mutter Teresa
Keiner verkörperte die Nächstenliebe wie sie: Am Donnerstag wäre Mutter Teresa 100 Jahre alt geworden. Porträt einer Heiligen.Weitere Bilder anzeigen
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25.08.2010 13:27Keiner verkörperte die Nächstenliebe wie sie: Am Donnerstag wäre Mutter Teresa 100 Jahre alt geworden. Porträt einer Heiligen.


Bei einer Bahnfahrt erlebte sie "Gottes zweiten Ruf"

Die Armut in Kolkata erschütterte sie aber so, dass die Arbeit als Lehrerin bald aufgab. Während einer Bahnfahrt erlebte sie, was sie später als „Gottes zweiten Ruf“ bezeichnete. Jesus wolle, dass sie ihm in die Slums folge, sagte sie. 1950 gründete sie ihren Orden, kümmerte sich von nun an um die Hungernden, die Vertriebenen, die Kranken und vor allem die Sterbenden. „Engel der Armen“ wurde sie genannt. 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Bis ins hohe Alter kümmerte sie sich um die Schutzsuchenden, stets gekleidet in den groben weißen Sari mit blauer Borde ihres Ordens. „Sie hat natürlich die Bibel gelesen, aber ihr Hauptziel war es, den Armen zu dienen“, sagt Schwester Christie aus ihrem Orden. „Nie nahm sie einen Tag Urlaub, nicht einen Tag ruhte sie.“ Woher sie die Kraft dafür nahm? „Ich fülle meinen Tank mit Gebeten“, war die Antwort von Mutter Teresa.

Mutter Teresa hatte auch viele Kritiker

Die charismatische Katholikin musste sich auch scharfe Kritiken anhören. Ihr Hauptziel sei es, die Armen zum Christentum zu bekehren, lautete einer der Hauptvorwürfe. Die Menschen in ihren Sterbehäusern bestätigen das allerdings nicht. Und Kinder in den Waisenhäusern des Ordens werden nicht getauft, damit Adoptiveltern sie in ihrem jeweiligen Glauben erziehen können. Zahlreiche Beobachter bemängelten, der Orden helfe nicht dabei, die Ursachen der Armut zu beseitigen. Dies kehrte Mutter Teresa in die Aufforderung um, ihre Kritiker sollten Entwicklungsprojekte zu starten. „Ich leiste meinen kleinen Beitrag. Jeder soll das tun, was in seinen Kräften steht“, sagte sie.

"Mutig hat sie das Leben verteidigt"

Papst Johannes Paul II. sagte, Mutter Teresa habe die Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt. „Mutig hat sie das Leben verteidigt, hat allen menschlichen Wesen gedient, indem sie ihnen Würde und Respekt entgegenbrachte, und hat denjenigen, die vom Leben besiegt worden waren, die Zärtlichkeit Gottes spüren lassen.“ Am 5. September 1997 starb Mutter Teresa im Alter von 87 Jahren.

(dpa)


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