"Papst-Golf"-Verkäufer : "Ich bin froh, wenn es vorbei ist"

Das frühere Auto von Josef Kardinal Ratzinger, das ein 21-Jähriger aus Olpe vergangene Woche bei Ebay für fast 189.000 Euro versteigert hatte, soll demnächst den Besitzer wechseln. Juristische Bedenken am Verlauf der "Papst-Golf"-Auktion wurden ausgeräumt.

Olpe (12.05.2005, 13:30 Uhr) - Wegen technischer Probleme bei der Auktion hatte Halbe zunächst einen Anwalt eingeschaltet. Einige Bieter waren wegen einer Überlastung des Auktions-Systems nicht zum Zuge gekommen. Nach dem Ende der Versteigerung hatten andere Bieter Kontakt mit dem jungen Mann aufgenommen. Ein Unternehmer aus dem Ruhrgebiet habe 260 000 Euro für das Auto zahlen wollen, bestätigte Wolfgang Menne, der Halbe bei der Abwicklung der Auktion unter die Arme griff. Der Verkauf sei aber juristisch einwandfrei, sagte Halbe.

Den Zuschlag hatte ein Online-Casino aus den USA erhalten. Der Chef des Online-Casinos, Richard Rowe, will den Wagen in Olpe (Nordrhein- Westfalen) persönlich abholen. «Ich bin froh, wenn es vorbei ist», sagte Verkäufer Benjamin Halbe am Donnerstag. Der sechs Jahre alte Golf, der zuvor auf Josef Kardinal Ratzinger zugelassen war, wartet in einer Garage auf den neuen Besitzer. Der genaue Tag der Übergabe des mönchsgrauen 115-PS-Gefährts stehe aber noch nicht fest.

Mehr als acht Millionen Mal wurde die Internet-Auktion aufgerufen, ein neuer Rekord für eBay-Deutschland. Am Schluss der Versteigerung brach das Systems des Online-Auktionshauses teilweise zusammen, weil nach eBay-Angaben mehr als eine Million Internet-Nutzer miterleben wollten, wie die Auktion ausgeht.

Für Benjamin Halbe ist der Rummel um sein im Januar vor der Wahl Ratzingers zum Papst für 9.500 Euro gekauftes Auto aber noch nicht zu Ende. Der junge Mann ist bereits von einigen Fernseh-Sendern eingeladen worden, er wird mit Interview-Anfragen überschüttet. Vor der Übergabe des Wagens werde er nichts mehr sagen, machte er deutlich. «Wir machen das mit den neuen Besitzern zusammen und dann werden auch Fragen beantwortet», sagt Halbe.

Derzeit erholt sich der Zivildienstleistende zu Hause von einem Krankenhaus-Aufenthalt. Während der Versteigerung, die weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, lag er in einem Krankenbett. Nun hat er genügend Zeit, sich nach einem neuen fahrbaren Untersatz umzusehen. Er habe schon Anzeigen gewälzt, aber noch nichts gefunden, sagt er und betont: «Es wird wieder ein ähnlicher Wagen werden. Nur dass der vielleicht nicht sechs, sondern nur ein oder zwei Jahre alt sein wird.» (tso)

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