Welt : Party am Tatort - Türken feiern Galatasaray-Sieg

Susanne Güsten

Nach dem Spiel wurde auf dem Taksim wieder gefeiert: Nur 26 Stunden nach dem Tod zweier britischer Fußball-Fans auf dem Platz im Zentrum von Istanbul tanzten und sangen dort am Donnerstag abend Hunderte Anhänger der türkischen Mannschaft Galatasaray vor Freude über den 2-0 Sieg über Leeds United. Was hier am Vorabend geschehen sei, sagten feiernde Fans, sei die Tat von Kriminellen und habe nichts mit ihrerMannschaft noch dem Sport zu tun.

Da könnten sich die feiernden Fans aber getäuscht haben - das legen zumindest die Ermittlungen der Polizei nahe. Die Fahnder identifizierten auf Fernsehbildern von den blutigen Zusammenstößen nämlich einen alten Bekannten unter den türkischen Beteiligten, einen Fußballrowdy mit dem Spitznamen "Araber". Nach ihm und zwei weiteren Hooligans wurde am Freitag noch gefahndet. Dafür fassten die Ermittler schon am Donnerstag einen 21-jährigen, der auf den TV-Aufnahmen als mutmaßlicher Messerstecher identifiziert wurde; das Messer trug der junge Mann bei seiner Festnahme noch bei sich. Wegen unmittelbarer Beteiligung an den Bluttaten wurden auch vier weitere Türken festgenommen; acht Türken und zwei Briten wurden wegen Beteiligung an der Massenschlägerei festgehalten.

Das UEFA-Cup-Halbfinale selbst verlief unter starken Sicherheitsvorkehrungen ruhig. Nur beim Einmarsch der Leeds-Fans in das Stadion gab es eine hässliche Szene, als Briten aus dem Schutz der Polizei-Eskorte heraus türkische Fans bespuckten und beschimpften. Auch von Morddrohungen für das Rückspiel in England berichteten einige Galatasaray-Fans.

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