Welt : Pathfinder auf dem Weg zum Mars

US-Sonde enthält ein Roboterfahrzeug, das nach Spuren früheren Lebens suchen soll Cape Canaveral (Tsp).Die amerikanische Sonde Pathfinder ist auf dem rund 500 Millionen weiten Weg zum Mars.Eine Delta-Rakete katapultierte die Sonde am Mittwoch vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral in Florida in den Weltraum.Nach siebenmonatiger Reise soll Pathfinder am 4.Juli 1997 auf dem Roten Planeten landen.Ein sechsrädriges Roboterfahrzeug an Bord wird dann die Marsoberfläche erforschen und Bilder zur Erde funken. Der Start von Pathfinder gelang der US-Weltraumbehörde Nasa im dritten Versuch.Um 7.58 Uhr MEZ hob die Trägerrakete ab.Zuvor hatten Wind und Regen sowie ein Computerfehler einen Start verhindert.Es ist die zweite Sonde, die die Nasa innerhalb kurzer Zeit zum Mars schickt.Sie wird die am 7.November gestartete Global Surveyor mit einer Geschwindigkeit von 37.000 Kilometern pro Stunde überholen.Dieser Satellit soll den Nachbarplaneten der Erde zwei Monate später erreichen, ihn umkreisen und kartografieren. Wenn die Landung von Pathfinder am amerikanischen Unabhängigkeitstag gelingt, wäre das Raumfahrzeug das erste seit 21 Jahren, das den Roten Planeten wieder erreicht.Das Ziel der 196 Millionen Dollar kostenden Sonde ist eine Ebene, die mit Felsen übersät ist.Zur Sicherheit wird sie deswegen auf Luftkissen aufsetzen und nicht wie bisherige Flugobjekte auf Stelzen.Ein Fallschirm wird den Sturz durch die Marsatmosphäre abbremsen. Wenige Stunden nach der Landung sollen sich den Plänen zufolge die Ladeluken öffnen.Über ausgefahrene Rampen wird dann der Roboter "Sojourner" auf die Oberfläche fahren und unter anderem nach Hinweisen auf früheres Leben auf dem Mars suchen.Das Roboterfahrzeug ist zehn Kilogramm schwer, 65 Zentimeter lang, 48 Zentimeter breit und 30 Zentimeter hoch.Zur Erkundung des Planeten ist das 25 Millionen Dollar teure Gerät mit drei Kameras und einem Spektrometer ausgerüstet.Von den Aufnahmen und Messungen erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über Oberfläche, Atmosphäre und Struktur des Planeten und weiter Erkenntnisse über die jüngst aufgeworfene Frage, ob es einmal Leben auf dem Mars gegeben hat. Pathfinder und Global Surveyor gehören zum neuen Raumfahrtprogramm der USA, das Robotern den Vorrang vor Astronauten bei der Mars-Erforschung gibt.Das frühere Konzept, bis zum Jahr 2019 einen Menschen zum Mars zu schicken, ließ Präsident Clinton im September fallen.Erst nach dem Einsatz aller zehn geplanten Sonden soll entschieden werden, ob und wann Menschen nachgeschickt werden.Grund für den vorläufigen Abschied von der bemannten Raumfahrt zum Mars waren die Kosten, die Fachleute allein auf 400 Milliarden Dollar geschätzt hatten. Die russische Marssonde, an deren Instrumenten und Experimenten 20 Länder, darunter Deutschland, mitgewirkt hatten, war Mitte November nach dem Start abgestürzt.

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