Pazifik-Insel Sachalin : Tote und Verletzte bei Erdbeben im Osten Russlands

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 im Osten Russlands sind mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Das Beben ereignete sich auf der Pazifik-Insel Sachalin. Zahlreiche Häuser sind zerstört.

MoskauEin starkes Erdbeben im Osten Russlands hat zwei Menschen in den Tod gerissen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Das Beben erfasste Teile der nördlich von Japan gelegenen Pazifikinsel Sachalin, teilte der Zivilschutz mit. Die Erschütterung am Nachmittag (Ortszeit) habe zahlreiche Häuser in der Stadt Newelsk zerstört, sagte der Gouverneur des Gebiets, Iwan Malachow. 240 Familien verloren ihre Wohnungen. In der Stadt mit 24.500 Einwohnern wurde der Notstand ausgerufen. Experten erwarten für die nächsten Wochen mehrere Nachbeben im Süden der Insel. Die Behörden in Newelsk haben ein Zeltlager mit Notunterkünften eingerichtet.

Das Beben der Stärke 6,1 war so heftig, dass in den Wohnungen die Heizungen von den Wänden fielen, wie Augenzeugen berichteten. Wegen der Erschütterung fiel auch die Stromversorgung aus. Nach Angaben des Zivilschutzes versorgen Hubschrauber die Notleidenden. Psychologen kümmern sich um Überlebende des Bebens.

Kleine Flutwelle an Nordküste Japans registriert

Sachalin liegt nördlich der japanischen Insel Hokkaido. Japanische Behörden lösten nach dem Beben eine Tsunami-Warnung aus. An der Nordküste Japans wurde eine 30 Zentimeter hohe Welle gemessen, meldete Japans Meteorologische Agentur.

In der Region kommt es immer wieder zu Erdbeben. Meist sind die Opferzahlen wegen der dünnen Besiedlung gering. 1995 waren bei einem Erdbeben auf Sachalin allerdings 2000 Menschen ums Leben gekommen. Die Bergarbeiterstadt Neftegorsk im Norden von Sachalin wurde damals völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im Festlandsockel um Sachalin lagern große Erdöl- und Erdgasvorkommen. Die Einwohner des 948 Kilometer langen und 100 Kilometer breiten Landstreifens leben vor allem vom Fischfang.