Peter Strelzyk : Bekannter DDR-Flüchtling gestorben

Ihm glückte eine der spektakulärsten Fluchten aus der DDR: Peter Strelzyk, der 1979 mit einem Heißluftballon in den Westen flog, ist gestorben.

Peter Strelzyk floh 1979 in einer spektakulären Aktion per Heißluftballon über die innerdeutsche Grenze.
Peter Strelzyk floh 1979 in einer spektakulären Aktion per Heißluftballon über die innerdeutsche Grenze.Foto: Karlheinz Schindler/Zentralbild/dpa

Einer der bekanntesten DDR-Flüchtlinge, Peter Strelzyk, ist tot. Strelzyk starb nach längerer Krankheit am Samstag im Alter von 74 Jahren in Thüringen, wie die Direktorin des Berliner Mauermuseums, Alexandra Hildebrandt, am Dienstag mitteilte. In der Nacht zum 16. September 1979 war Strelzyk mit seiner Familie und der eines Freundes eine der spektakulärsten Fluchten aus der DDR geglückt - im selbst gebauten Heißluftballon über die Grenze von Thüringen nach Bayern.

In wochenlanger nächtlicher Heimarbeit hatten sie heimlich einen Heißluftballon gebaut. Der erste Versuch, der DDR auf dem Luftweg zu entkommen, endete am 3. Juli 1979 zunächst mit einer Bruchlandung. Die Republikflüchtlinge aus der thüringischen Kleinstadt Pösneck nähten einen neuen Ballon und starteten gut zwei Monate später einen zweiten Versuch, der erfolgreich verlief.

Die vier Erwachsenen und vier Kinder landeten mit dem Heißluftballon nach einem etwa halbstündigen Flug etwa 30 Kilometer weiter südlich auf einem Feld bei Naila im Kreis Hof. Die Flucht machte weltweit Schlagzeilen. Sogar Hollywood fand Gefallen an dem Stoff und machte daraus den Kinofilm "Mit dem Wind nach Westen".

Familie Strelzyk mit dem berühmten Heißluftballon, mit dem sie 1979 aus der DDR floh.
Familie Strelzyk mit dem berühmten Heißluftballon, mit dem sie 1979 aus der DDR floh.Foto: Feldrapp/dpa

Die DDR-Staatssicherheit blieb den Abtrünnigen allerdings auch im Westen auf den Fersen und setzte unter anderem einen einstmals guten Freund der Familie auf die Strelzyks an, der sie über Jahre aushorchte. Nach der Wende kehrte Strelzyk, über dessen Tod zuerst die "Ostthüringer Zeitung" berichtete, nach Pösneck zurück.

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