Welt : Pfeifen in der Nacht

Um vier Uhr in der Früh begann in Basel der traditionelle „Morgestraich“ – mit 100000 Besuchern

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Basel (Tsp/dpa). Eine Woche nach dem Rosenmontag in Deutschland haben am frühen Montagmorgen 100 000 Menschen die Basler Fastnacht eröffnet. Nach dem traditionellen „Morgestraich“ um vier Uhr morgens intonierten Tausende von Trommlern und Pfeifern ihre Märsche und sorgten bei den Schaulustigen für eine Gänsehaut. Die Basler „Fasnacht“ ist der wichtigste Volksbrauch in der Schweiz. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Mir gseen duure“ (Wir haben den Durchblick).

Was sich bei der Basler Fasnacht in der Nacht zum Montag abspielt, gehört zu dem Beeindruckendsten, was Fastnachtsliebhaber kennen.

Um vier Uhr ging in der ganzen Stadt das Licht aus. Nach dem Kommando: „Morgestraich – vorwärts, marsch“, setzten sich unter sternklarem Himmel die Pfeifer und Tambouren in Bewegung. Zehntausende von leuchtenden und kunstvoll bemalten Laternen verzauberten die zahlreichen Schaulustigen aus der Schweiz und dem Ausland.

In so genannten Cliquen laufen die Pfeifer durch die Gassen und Straßen und erfüllen die Luft mit einer gespenstischen, für den Fremden etwas disharmonisch klingenden Musik.

Die Basler Fasnacht dauert 72 Stunden. Bis zum Donnerstagmorgen sind Gaststätten teilweise durchgehend geöffnet. Aufs Korn genommen werden unter anderem die Abzockerei von Managern, pädophile Geistliche, der befürchtete „BushBrand“, die Pisa-Studie, die auch in der Schweiz für Aufregung sorgte, und traditionell auch die Züricher und Deutschen.

Die Basler hielten nach der Reformation von 1529 an ihrer Fasnacht fest und feiern anders als ihre katholischen Nachbarn eine Woche zeitversetzt. Erstmals wurden 1834 in der Innenstadt alle Lichter gelöscht. In den Gaststätten werden zu den frühen Morgenstunden unter anderem die traditionelle Mehlsuppe und Zwiebelkuchen gegessen.

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