Philippinen : Taifun "Fengshen" fordert mindestens 19 Tote

Der Taifun "Fengshen" hat am Samstag auf den Philippinen mindestens 19 Menschen das Leben gekostet. Tausende flüchteten aus ihren Häusern, vor der Insel Sibuyan geriet eine Fähre mit mehr als 740 Menschen in Seenot. Das Gesamtausmaß der Katastrophe ist bislang noch unklar.

Taifun "Fengshen" auf Philippinen
Ganz plötzlich sei die Flut gekommen, kurz nach Mitternacht. -Foto: dpa

IloiloEin schwerer Taifun ist über die Philippinen hinweggerast und hat mindestens 19 Menschen in den Tod gerissen. Wegen starken Regens, Flutwellen und Erdrutschen mussten am Samstag nach offiziellen Angaben hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Nach dem Bruch eines Damms retteten sich tausende Bewohner der Stadt Iloilo auf die Dächer ihrer Häuser. Aufgrund von Überschwemmungen wurden zahlreiche Straßen überflutet, die nationale Elektrizitätsgesellschaft schaltete in manchen Gegenden aus Sicherheitsgründen den Strom ab. Der Taifun "Fengshen" bewegte sich mit Windgeschwindigkeiten von 195 Stundenkilometern in Richtung Nordwesten.

Ein acht Jahre altes Mädchen und sein Großvater wurden nach starken Regenfällen während des Taifuns in der Stadt Cotabato unter Erdmassen begraben. Mitarbeiter des Roten Kreuzes sagten, sie hätten fünf Leichen aus einem Hochwasser führenden Fluss geborgen. Ein Mensch wurde in der Provinz Capiz von Trümmern eines Sendemastes getroffen und starb.

Schwerste Flut in der Geschichte Iloilos

Eine Personenfähre mit über 750 Personen an Bord strandete nach Angaben der Küstenwache während des Taifuns vor der Insel Sibuyan. Auf der Fahrt von der Hauptstadt Manila zur Insel Cebu habe im Kampf gegen die hohen Wellen die Maschine ausgesetzt. Wie die Küstenwache mitteilte, eilten einige Schiffe dem Havaristen zu Hilfe. Das schlechte Wetter behindere jedoch die Rettungsbemühungen.

"Das ist die schwerste Flut in der Geschichte Iloilos", sagte ein Abgeordneter aus der Stadt im Zentrum der Philippinen, Serg Biron. Er habe zahlreiche Text-Nachrichten mit der Bitte um Einsatz von Hubschraubern bekommen, da viele Menschen auf den Dächern ihrer Häuser festsäßen. In den Stadtzentren von Iloilo und Jaro stand das Wasser hüfthoch, für Autos waren die Straßen nicht mehr befahrbar. Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo ordnete in den betroffenen Regionen ein strenges Vorgehen gegen Plünderer an.

Strom abgeschaltet, Häuser abgedeckt, Bäume entwurzelt

Die nationale Elektrizitätsgesellschaft schaltete den Strom in der Region ab, um einen landesweiten Blackout zu vermeiden. Auf der Insel Mindanao wurde die Verbindungsstraße zwischen den Städten Cotabato und General Santos überschwemmt. Zahlreiche Dörfer seien von der Außenwelt abgeschnitten, da die Fluten eine Betonbrücke mitgerissen hätten. Der starke Wind zerstörte Häuser, deckte zahlreiche Dächer ab und entwurzelte Bäume.

Mehr als 200.000 Menschen wurden nach Angaben örtlicher Behörden in der Region Bicol in Notunterkünfte gebracht. Die Stadt Pavia mit 30.000 Einwohnern sei komplett von der Außenwelt abgeschlossen. Auch der Flug- und Schiffsverkehr in den betroffenen Gebieten kam zum Erliegen. Für Sonntag wurden mit weiteren heftigen Regenfällen auf den Philippinen gerechnet. (sgo/dpa/AFP)

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