Welt : Pinguine: Aufschauen bis zum Umfallen

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Britische Antarktis-Forscher wollen untersuchen, ob Pinguine umfallen, wenn sie Flugzeuge am Himmel betrachten. Ein Team der Forschungsgesellschaft British Antarctic Survey will vier Wochen auf den Falkland-Inseln verbringen, um das Verhalten der Tiere zu beobachten. Während des Falkland-Krieges zwischen Großbritannien und Argentinien 1982 hatten Angehörige von Luftwaffe und Marine immer wieder berichtet, wie unter ihnen am Boden die Pinguine offenbar ihr Gleichgewicht verloren und reihenweise umfielen.

Während der Forschungsarbeit auf der Falkland-Insel South Georgia im Südpazifik wollen die Wissenschaftler vier Wochen lang von einem Eisbrecher aus Brutkolonien der Pinguine überfliegen.

Stuart Matthews, der technische Offizier des Eisbrechers, weist die Annahme, dass die umfallenden Pinguine Seemannsgarn seien, entschieden zurück: "Die Tiere starren wie gebannt auf die Hubschrauber und legen sich dabei so weit zurück, dass sie auf den Rücken purzeln". Expeditionsleiter Richard Stone ist skeptisch. "Ich fürchte, dass ist ein Gerücht", sagt er, "wir wissen, dass Flugzeuge die Pinguine beeinflussen können, aber das geht nicht soweit, dass sie einfach umfallen". Die Wissenschaftler wollen vor allem herausfinden, ob die Vögel von überfliegenden Maschinen beim Brüten gestört werden. Wenn das so ist, soll während dieser Zeit ein Flugverbot verhängt werden. Stone hält seine Forschungen angesichts des bedeutender werdenden Tourismus und des damit zunehmenden Flugverkehrs auf South Georgia für wichtig. Experten haben die Einführung von Mindest-Flughöhen über der Insel vorgeschlagen.

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