Piraterie : Fischkutter vor Somalia gekapert

Ein spanisches Fischerboot mit knapp 30 Männern an Bord ist vor der Küste des ostafrikanischen Landes mit Granatwerfern angegriffen worden. - Ein weiterer Fall der Piraterie in diesen gefährlichen Gewässern.

Madrid/Bilbao Gut zwei Wochen nach der Kaperung von "Le Ponant", einer französischen Luxusjacht, ist ein spanischer Fischkutter Opfer von Piraten geworden. Vier bewaffnete Männer haben das Boot mit 26 Menschen an Bord vor der Küste des ostafrikanischen Landes Somalia in ihre Gewalt gebracht.

Die aus dem Baskenland stammende "Playa de Bakio" war 250 Seemeilen (450 Kilometer) vor der Küste in internationalen Gewässern auf Thunfischfang gewesen. An Bord: 13 Spanier und 13 Afrikaner. Sie kamen mit dem Schrecken davon.

Piraten kommen heute nicht mehr mit Augenklappe, Enterhaken, Holzbein und Säbeln an Bord - sie greifen mit Granatwerfern und Schnellfeuergewehren an - wie auch die somalischen Piraten. Der spanische Fischkutter wurde zwar beschädigt, blieb aber seetüchtig.

Angriffe vor Somalia nehmen weiter zu

Nach der Kaperung nahmen die Piraten mit dem Schiff Kurs auf das afrikanische Festland. Die spanische Regierung schickte eine Fregatte der Kriegsmarine, die sich im Roten Meer befand, in das Seegebiet. Sie soll nach dem gekapterten Schiff Ausschau halten. Das Madrider Außen- und Verteidigungsministerium berichtete der Nato von dem Zwischenfall.

Mit wachsendem Wohlstand und Welthandel für die einen und zunehmender politischer Instabilität, Kriegen und steigender Armut für die anderen, nimmt auch die Piraterie zu - besonders vor der Küste Somalias. Ein Staatsapparat funktioniert in dem ostafrikanischen Land seit den 90er Jahren nicht mehr. Zu den Brennpunkten gehören neben den dortigen Küstengewässern auch die von Südostasien, Westafrika, Südamerika, der Karibik und einigen Ländern des östlichen Mittelmeers.

Besonders die somalische Küste, die sich über mehr als dreitausend Kilometer hinzieht, ist kaum vollständig zu überwachen. (mpr/dpa)

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