Welt : Playmobil ruft neue Taschenlampe zurück, aber kein Kind gibt sie her

cs

Himmelblau ist sie, schön handlich obendrein, und ihr Lichtkegel strahlt, was das Zeug hält. Kein Wunder also, dass kaum ein Kind die neue Taschenlampe der Firma "Playmobil" freiwillig hergeben will - egal, wie gefährlich sie ist. Doch die Bedrohung lässt sich nicht von der Hand weisen, wie Playmobil am vergangenen Wochenende im Rahmen einer Rückrufaktion in großformatigen Zeitungsanzeigen verkündete. Die kleine Lampe könne sich im schlimmsten Falle zur säurespritzenden Zeitbombe verwandeln, hieß es. Dennoch wurden bisher nur eine Handvoll Exemplare zurückgebracht, wie eine Umfrage in Berliner Spielzeugläden ergab. "Die Kinder haben ihr Herz daran gehängt", sagt ein Verkäufer, "jetzt halten sie ihre Lampe fest."

Das geliebte Stück wurde der Packung des Playmobil-Rettungskreuzers beigelegt und sollte eine Überraschung sein. Die Firma "geobra Brandstätter GmbH&Co. KG." im bayrischen Zirndorf - Markenname: Playmobil - hat die Lampe nicht selbst hergestellt, sondern bei einem Zulieferer in Auftrag gegeben. Anfangs gab es keine Reklamationen, doch plötzlich meldeten sich zwei Familien und klagten, aus dem Schaft sei Batteriesäure gespritzt.

Die Spielzeugfirma ließ beide Stücke untersuchen und stellte einen gravierenden Fehler fest: Die Feder am Boden des Schaftes, deren Kraft die 1,5 Volt-Batterie an die Kontakte drückt, war laut Playmobil nicht fachgerecht angebracht. Dies trifft offenbar auf alle Lampen zu und hat zur Folge, dass die Feder die Batteriehülle verletzt, wodurch im Falle eines Kurzschlusses Säure austritt. "Wir haben das getestet", sagt eine Firmensprecherin. "Es entsteht eine erstaunliche Hitze und spritzt stark."

Robusteren Batterien kann die Feder zwar weniger anhaben, es kommt also auf den Typ an, doch absolut sicher sei keiner der kleinen Stromlieferanten, gibt Playmobil zu bedenken. Folglich wirbt die Firma für ihre Rückrufaktion - Motto: "Sicherheit geht vor" - und bietet jedem Kind, das sich von seiner Lampe trennt, sogar 10 Mark in bar an: für ein Ersatz-Spielzeug.

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