Welt : Polizei beendet Geiselnahme mit gezieltem Schuss Beziehungsdrama in einer

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Von Christoph Schmidt-Lunau, Wiesbaden

Mit einem gezielten Schuss hat ein Sonderkommando der Polizei am Dienstag eine Geiselnahme in einer Augenarztpraxis in der Wiesbadener Innenstadt beendet. Der Täter wurde schwer verletzt. Gegen zwölf Uhr mittags hatte der Täter in den Praxisräumen im zweiten Stock seine frühere Freundin in seine Gewalt gebracht. Dabei hatte er scharf geschossen. Andere Patienten und der Arzt konnten flüchten. Das Opfer war Arzthelferin. Die Frau hatte sich vor drei Monaten von dem Mann getrennt. Sie blieb unverletzt. Als Motiv des Täters gab die Polizei Hass und Rache an. Einsatzleiter Gerd Meerfeld begründete den Zugriff mit einer sich verschärfenden Gefahrensituation. Man habe annehmen müssen, „dass der Täter die beabsichtigte Rache ausführen wird“. Der 22-Jährige war mit einer großkalibrigen Pistole bewaffnet. Der Mann mit indischer Abstammung habe immer wieder mit einem Blutbad gedroht. „Erst wird Du erschossen, dann erschieße ich mich“, sagte er nach Angaben von Polizeipsychologe Klaus Thiessen. Der Täter habe schon seit dem Ende der ein Jahr dauernden Beziehung häufiger sowohl mit Mord an seiner Ex-Freundin als auch mit Selbstmord gedroht. Der Mann hatte am Morgen die Wohnung der Eltern verlassen, nachdem sie ihm angekündigt hatten, er müsse im Juli ausziehen.

Nach Beginn der Geiselnahme wurde die Gegend von der Polizei weiträumig abgeriegelt. Drei Stunden lang kam deshalb das Geschäftsleben rings um den Mauritiusplatz in der sonst sehr belebten Wiesbadener Fußgängerzone völlig zum Erliegen. Nach lähmenden Stunden des Wartens, in denen die Polizei mit dem Geiselnehmer mehrfach Kontakt hatte, rückten gegen 14 Uhr Beamte eines Sondereinsatzkommandos mit schusssicheren Westen und Zielfernwaffen zum Tatort vor. Eine Stunde später war von dort ein lauter Knall zu hören. Die Polizei teilte mit, der Täter sei durch einen gezielten Schuss kampfunfähig gemacht worden.

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