Welt : Polizei setzt fliegende Kameras ein Einsatz gegen Hooligans

und Geiselnehmer

Dresden - Als erstes Bundesland lässt Sachsen Fußballrandalierer mit einem ferngesteuerten Leichtflugzeug überwachen. Der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) übergab der Polizei in Dresden eine sogenannte Drohne, die mit einer Videokamera ausgerüstet ist. Der fast lautlose „Sensocopter“ hat einen Durchmesser von knapp einem Meter und soll schon während eines Fußballspiels über dem Stadion kreisen, um verdächtige Hooligans zu filmen.

Dies sei für eine beweiskräftige Überführung von Straftätern notwendig, begründete Buttolo die Neuanschaffung im Wert von 65 000 Euro. Die fliegende Kamera werde auch bei anderen Veranstaltungen mit potenziellen Randalierern zum Einsatz kommen. Auch sind Einsätze bei Geiselnahmen, Entführungen und Großfahndungen geplant.

In den vergangenen Monaten war es bei Regionalligaspielen in Sachsen immer wieder zu Ausschreitungen und Vandalismus gekommen. Auch Polizisten wurden verletzt. Zahlreiche Täter blieben bei den Massenveranstaltungen jedoch unerkannt.

Mit einer Fluggeschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Sekunde soll der von vier Rotoren angetriebene 700 Gramm schwere Sensocopter nun schnell am Tatort sein. Eine Höhenanzeige und eine GPS-Positionsangabe erleichtern der Polizei das Filmen.

Fliegende Überwachungskameras sollen inzwischen auch für Privatpersonen erhältlich sein. Damit droht vor allem bei Streit unter Nachbarn eine neue Eskalationsstufe bei der gegenseitigen privaten Überwachung. AFP

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