• Polizistenmord in Heilbronn wohl geklärt Indizien für Verbindung zu Jenaer Neonazi-Trio

Welt : Polizistenmord in Heilbronn wohl geklärt Indizien für Verbindung zu Jenaer Neonazi-Trio

 Frank Jansen

Im bizarren Fall des Jenaer Neonazi- Trios, das 13 Jahre untergetaucht war und schwere Straftaten begangen haben soll, scheint zumindest die Tötung einer Polizistin in Heilbronn im April 2007 aufgeklärt zu sein. In einem teilweise abgebrannten Haus in Zwickau (Sachsen) sei die mutmaßliche Tatwaffe gefunden worden, sagte am Mittwoch der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger. In dem schwer beschädigten Gebäude hatten die aus der rechtsextremen Szene in Jena stammenden Uwe M. (38), Uwe B. (36) und Beate Z. (36) unter falschen Namen gelebt. Vergangenen Freitag hatte vermutlich Beate Z. das Haus angezündet, die Polizei sprach auch von einer Explosion. Die Frau stellte sich am Dienstag in Jena (Thüringen) der Polizei. Sie wurde nach Zwickau überstellt und dort in Untersuchungshaft genommen, wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung.

Ebenfalls am Freitag hatte die Polizei in Eisenach Uwe M. und Uwe B. erschossen in einem Wohnmobil gefunden, das in Brand gesetzt worden war. Kurz zuvor sollen M. und B. eine Filiale der Sparkasse in Eisenach überfallen haben. Im Wohnmobil entdeckte die Polizei die Dienstwaffen der in Heilbronn getöteten Polizistin Michèle K. und eines Kollegen, der durch die Schüsse verletzt worden war. Die Polizei vermutet, dass Uwe M. und Uwe B., womöglich gemeinsam mit Beate Z., in Heilbronn die Polizisten angegriffen und deren Waffen geraubt haben.

Die drei Neonazis waren 1998 untergetaucht, als die Polizei in einer Garage in Jena vier Rohrbomben sicherstellte. Der Fall des Trios wird nun auch mehrere Parlamente beschäftigen. Die Fraktionen von Linkspartei und Grünen im Thüringer Landtag kündigten am Mittwoch an, von der Landesregierung Auskunft zu den vielen offenen Fragen zu verlangen. Die Linksfraktionen im sächsischen Parlament und im Bundestag wollen ebenfalls tätig werden. Thüringens Innenminister Jörg Geibert (CDU) bestritt am Mittwoch, der Verfassungsschutz des Landes könnte in den Fall verwickelt sein.

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