Pop : Dicker Mantel, dünne Stimme

Die gestürzte Popkönigin: Whitney Houston beginnt ihre neue Tour in Moskau.

314023_0_e3b148cc.jpg
Venus im Pelz. Whitney Houston bei ihrer Show in Moskau. -Foto: dpa

MoskauWhitney Houston ist mit einer Welt-Tour erstmals nach rund zehn Jahren zurück auf der Bühne. Doch der Auftakt der rund sechsmonatigen Reise um den Erdball war für die 46-Jährige in Moskau alles andere als ein Triumph. Vor gut 10.000 Zuhörern präsentierte Houston einen Mix alter Hits mit Songs ihres neuen Albums „I Look To You“. Der in dicke Pelzmäntel gehüllten Houston machte allerdings nicht nur die russische Kälte in der Olympia-Halle zu schaffen.

Dem Star fehlte es vor allem an Stimmkraft und Ausdauer. Ihre von Drogenexzessen schwer gezeichnete Stimme erreichte nur für wenige Augenblicke den Glanz früherer Jahre – und ließ viele Fans ernüchtert zurück. Immer wieder brach die Diva in Tränen aus, als ob sie selbst ihrem einstigen Ruhm und ihren früher von der Kritik gerühmten drei Oktaven hinterherweinte. „My voice is lost in tears“ (Meine Stimme ist in Tränen erstickt), räumte die Soullegende ein. Sie dankte immer wieder „Gott“ und ihren Anhängern, dass sie überhaupt zurück ist und die „Schmerzen ihres Lebens“ überstanden habe. Gemeint sind die Drogenskandale und die Trennung von ihrem Mann Bobby Brown. Auf der Bühne einer Halle mit hunderten leeren Stühlen stand eine gestürzte Popkönigin. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben