Primaten : Immer weniger Affen

Immer mehr Affenarten sind vom Aussterben bedroht. In Asien sollen sogar 70 Prozent der dort lebenden Primatenarten auf der Roten Liste bedrohter Spezies stehen. Einer der Gründe: Die Jagd auf Affen hat in den letzten Jahren zugenommen.

Immer weniger Affen
Es gibt immer weniger Affen. -Foto: dpa

GlandFast die Hälfte aller Affenarten weltweit ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern vom Aussterben bedroht. Die
Abholzung von Regenwäldern - natürlicher Lebensraum der meisten Primaten - sei die Hauptursache für diese Gefahr, teilte die
Weltnaturschutzunion (IUCN) am Dienstag im Schweizer Gland mit. Doch auch die Jagd auf Affen habe zugenommen. Dies hätten Experten bei einem Kongress der Internationalen Primatengesellschaft im schottischen Edinburgh berichtet.

Besonders gefährdet sind die Tiere demnach in Asien: Annähernd 70 Prozent der dort lebenden Primatenarten seien mittlerweile in die Rote Liste bedrohter Spezies aufgenommen worden. "Da wo der Lebensraum noch intakt ist, ist die Jagd auf Affen eine zunehmende Bedrohung geworden", sagte der Präsident von Conservation International (CI) Russell A. Mittermeier. So würden etwa in Vietnam und Kambodscha Gibbon-Affen gejagt, um sie als Haustiere oder zur Herstellung traditioneller Medizin nach China zu verkaufen. Eine derart starke Bedrohung wie bei den Primaten sei bislang bei keiner anderen Tierart festgestellt worden.

In Afrika sind demnach seit Jahren der Gorilla und der Bonobo-Affe, eine Schimpansen-Art, gefährdet. Doch während diese beiden
großen Primaten eine recht große Aufmerksamkeit bei Naturschützern und in den Medien genössen, sei der kleinere Stummelaffe praktisch schon ausgestorben. Von den seltensten Stummelaffen-Arten seien seit mehr als 25 Jahren keine lebenden Exemplare mehr gesichtet worden.

Das Klammeräffchen ist nicht mehr "stark bedroht"

Der Schutz des Regenwalds bleibe die wichtigste Aufgabe, um das Überleben der Primaten zu sichern, hieß es von der IUCN. So hätten intensive Bemühungen um den Erhalt des natürlichen Lebensraums in Brasilien dazu geführt, dass das dort lebende Klammeräffchen (Tamarin-Affe) nicht mehr als "stark bedroht", sondern nur noch als "bedroht" gelten müsse.

Zu den Menschenaffen gehören Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans. Die engsten Verwandten des Menschen sind die Schimpansen: Einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig aus dem Jahr 2004 zufolge beträgt der Unterschied beim Erbgut nur 1,2 Prozent.

Die nun in Edinburgh vorgestellten Berichte sollen die Grundlage für eine neu überarbeitete Rote Liste sein, die im Oktober bei einem IUCN-Kongress abschließend vorgelegt werden soll. (yr/dpa)

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