Printjournalismus: "The Karl Daily" : Karl Lagerfeld gibt seine eigene Zeitung heraus

Rettet Modezar Lagerfeld den Printjournalismus? Wohl kaum. Aber er gibt jetzt seine eigene Zeitung heraus: "The Karl Daily".

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Der Modezar Karl Lagerfeld - jetzt auch ein Chefredakteur? Foto: dpa
Der Modezar Karl Lagerfeld - jetzt auch ein Chefredakteur?Foto: dpa

Karl Lagerfeld liebt Zeitungen. Jeden Morgen schmökert er gleich in mehreren Printprodukten, er liest Blätter auf Deutsch, Englisch, Französisch. Lagerfeld, ein Mann vom alten Schlag, liebt den Print. Was läge also näher, als eine eigene Zeitung herauszugeben?
Jetzt liegt „The Karl Daily“, Lagerfelds neues Herzensprojekt, in seinen Boutiquen in Paris, London, Antwerpen, Amsterdam, München und Zürich aus. Auch in Berlin soll Lagerfelds Zeitung zu bekommen sein – falls man seinem Laden einen Besuch abstattet.
Lagerfeld, der bei einem Redaktionsbesuch im Jahr 2013 einen Tag lang Chefredakteur der „Welt am Sonntag“ spielen durfte, ist damals wohl auf den Geschmack gekommen. Ein wirklich investigativer Journalist ist an ihm aber kaum verloren gegangen: In der „Karl Daily“ drehen sich die meisten Geschichten um den Modezar und seinen Kosmos. Katze Choupette, dem Rang zufolge übrigens „Special Guest Editor“ der neuen Publikation, darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Die Zeichnung auf dem Titelblatt stammt vom Meister selbst, ansonsten setzt Lagerfeld auf nicht totzukriegende Print-Elemente: Den Wetterbericht. Das Horoskop. Klatsch und Tratsch, bevorzugt aus seiner Wahlheimat Paris. Der frisch gebackene Chefredakteur Lagerfeld kündigt außerdem Berichte über „spektakuläre Beobachtungen“ an – was immer das genau heißen mag.
Regelmäßig wird König Karl seine Leser aber wohl nicht mit Neuigkeiten aus der Modewelt versorgen. Angeblich soll „Karl Daily“ eine einmalige Angelegenheit sein. Der Sammlerwert der Publikation dürfte daher in kürzester Zeit rapide steigen. Manche Beobachter vermuten gar, dass Lagerfeld sich mit dieser Publikation an das Schreiben seiner Memoiren herantaste. Möglich ist alles: Angebote gäbe es genug, sagt er, außerdem: „Je suis un Paperfreak“.

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