• Prinz William wird heute 18: Zwischen königlicher Zukunft und den Wünschen eines Teenagers

Welt : Prinz William wird heute 18: Zwischen königlicher Zukunft und den Wünschen eines Teenagers

Hendrik Bebber

Wie wohl wenige Jugendliche heutzutage, wusste Prince William schon als Fünfjähriger, welchen Beruf er einmal ausüben wird. Nach dem Urteil der Direktorin zeigte er sich in der Grundschule als "ganz normaler Junge" - wenngleich er auch hänselnden Kameraden drohte: "Eines Tages bin ich König und sperre euch in den Tower."

Nun ist er 18 und steckt mitten im Abschlussexamen an der Eliteschule von Eton. Seine Schulleistungen sind ebenso bemerkenswert wie sein sportliches Talent. Unter den spröden Antworten, die William in seinem einzigen Geburtstagsinterview gab, zeichnet sich allein die Wertschätzung seiner Schule durch persönliche Wärme aus. Die Jahre in Eton schützten ihn davor, in den Tumult und Medienrummel um seine Eltern verwickelt zu werden. Für seine Mutter Prinzessin Diana war Eton auch ein persönlicher Triumph über die Erziehungspläne der königlichen Familie. Sie hatte nach langen Kampf durchgesetzt, dass William nicht wie sein Vater das spartanische Internat Gordonstown im schottischen Hochland besuchen muss. Mit dem ihr eigenen entspannten Stil in der Öffentlichkeit und ihrem guten Gespür, unpassende königliche Extravaganzen zu vermeiden, lieferte sie beiden Söhnen die bestmöglichen Leitlinien, um die Zukunft zu bewältigen.

Schon vom Aussehen her erinnert William stark an seine Mutter und übt die gleiche magnetische Anziehungskraft aus. So fielen bei einem Besuch in Kanada die Teens reihenweise in Ohnmacht, als sie dem "knutschigsten Jungen" - so ein Mädchenmagazin - nahe kamen. Aber Dianas wertvollstes Vermächtnis ist die "Schonfrist" die ihm zumindest die britischen Medien zerknirscht nach dem tragischen Unfall zubilligten. Sie soll jetzt auch für die Studienjahre gelten, in denen William sein Diplom als Kunsthistoriker erwerben will. Der Prinz nützte diese Zurückhaltung souverän aus und wies verlegene Fragen nach Freundinnen und Gerüchten um seine Schwärmerei für Pop Stars kühl zurück. Solche Distanz mag seine Großmutter Königin Elisabeth II. besonders freuen, die hoffen kann, dass William die Würde und Unantastbarkeit der Monarchie wieder herstellt, die durch seine Eltern so stark gelitten hatte.

Seinen Geburtstag feiert William gleich doppelt: Zu einer privaten Fete in einem Bistro hat er seinen Freundeskreis aus der Blut- und Geldaristokratie eingeladen, und die Medien können nicht darauf hoffen, dass dabei, wie sonst allgemein üblich, kräftig gekifft und gekokst wird. Dem Vater zuliebe, der ihm zum Geburtstag ein sportliches Leichtmotorrad schenkt, verzichtete William auf die geplante Sause in einer Londoner Disco. Die offizielle Party findet im Buckingham Palast statt, wo gleichzeitig die "runden Geburtstage" der Uroma ("Queenmum", 100), von Onkel Andrew (40), Tante Anne (50) und Großtante Margaret (70) in diesem Jahr gemeinsam gefeiert werden.

Die Hälfte der königstreuen Briten wünschen sich mittlerweile zu Williams Geburtstag, dass Charles zu seinen Gunsten auf die Krone verzichtet. Altersmäßig hätte der Prinz nun die Thronreife erlangt und die Queen könnte beruhigt in Rente gehen.

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