Welt : Prinzessin Diana: Es war ein Unfalltod

Scotland Yard widerlegt Verschwörungstheorien

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London - Prinz Charles wird am Mittwoch seine Söhne William und Harry beiseite nehmen und sie, 24 Sunden vor der Veröffentlichung, über die Ergebnisse des mit Spannung erwarteten britischen Polizeiberichts zum Tod von Prinzessin Diana informieren. Charles erhält eine Vorabkopie wie auch der Vater des mit Diana verunglückten Dodi Al Fayed. Dann wird Ex-Scotland-Yard-Chef Lord John Stevens am Donnerstag vor die Weltpresse treten und die Ergebnisse seiner dreijährigen, fast drei Millionen Euro teuren „Operation Paget“ vortragen: den definitiven Bericht zu den Ereignissen, die zum Tod der Prinzessin am 31. August 1997 in der Pariser Pont-de-l’Alma- Unterführung führten.

Aber die britischen Sonntagszeitungen haben das Ergebnis vorweggenommen: Es war ein schlichter Unfalltod. Alle Verschwörungstheorien sind demnach falsch: Es war nicht der britische Geheimdienst, den der Duke of Edinburgh angeheuert haben soll, um zu verhindern, dass Diana den Sohn des Harrods-Besitzers Mohammed Al Fayed heiratet. Fahrer Henri Paul wurde nicht durch einen Laserstrahl in der Unterführung geblendet. Diana war nicht schwanger und drauf und dran, durch die Geburt eines Muslimkindes „Schande“ über das britische Königshaus zu bringen. Diana war mit Dodi Al Fayed auch nicht verlobt, und die Blutprobe des Fahrers wurde nicht vertauscht – nicht mal aus Schlamperei.

Eine am Sonntagabend ausgestrahlte BBC-Dokumentation widerlegt den härtesten Kern dieser Theorien: Demnach wurden in Frankreich im vergangenen Jahr neue DNA-Analysen an der Blutprobe von Henri Paul vorgenommen. Der Vergleich der genetischen Codes mit denen von Pauls Eltern ergab unzweideutig, dass das richtige Blut analysiert wurde. Paul hatte 1,7 Promille Alkohol im Blut und dazu Tabletten gegen Alkoholsucht. Er fuhr, um Paparazzi auf Motorrädern abzuschütteln, mit 140 km/h statt der vorgeschriebenen 40, als er an den 13. Stützpfeiler des Straßentunnels prallte.

Stevens wird auch bestätigen, dass Paul, im Hauptberuf Türsteher beim Ritz an der Place Vendôme, als Informant für den französischen Inlandsgeheimdienst DST arbeitete. Und dass der amerikanische Geheimdienst Dianas Handy abhörte – ohne dass die Briten etwas davon wussten. Die Autopsie Dianas ergab keine Anhaltspunkte für eine Schwangerschaft, und ihre Freundin Rose Monckton, die elf Tage zuvor mit ihr Urlaub machte, bestätigte, dass sie gerade ihre Monatsblutung hatte. Und der Juwelier, der Dodi und Diana in Monte Carlo den 230 000 Pfund teuren Ring verkaufte, gab am Schluss doch zu, dass es kein Verlobungsring war.

Es bleiben aber auch Rätsel und Lücken: Die Polizei konnte den weißen Fiat Uno, der Lackspuren am Unfall-Mercedes hinterließ, nie finden. Auch wurde nie entdeckt, wen Diana während des Unfalls von ihrem Handy anrief. So werden die Verschwörungstheorien und Mysterien weiter ranken wie um das Sterben vieler Legenden: Marilyn Monroe, Elvis Presley, John F. Kennedy – warum sollte es bei der „Prinzessin der Herzen“ anders sein?

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