Proben negativ : Doch kein Ehec im Erlenbach

Der Fund eines Ehec-Erregers vom Typ O104 in einem Bach in Frankfurt hat sich nicht bestätigt. Das erfuhr der Tagesspiegel aus dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

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„Der Verdacht konnte mikrobiologisch nicht bestätigt werden“, sagte ein Forscher des Instituts. Das hessische Sozialministerium hatte am 17. Juni mitgeteilt, der Erreger sei im Erlenbach im Nordosten der Stadt Frankfurt am Main gefunden worden. Bauern in der Gegend war daraufhin verboten worden, ihr Gemüse mit Wasser aus dem Bach zu gießen. In der Pressemitteilung war spekuliert worden, dass das Bakterium aus einer Kläranlage in der Nähe stammen könnte.

Eine Sprecherin des BfR bestätigte nun, dass alle weiteren Proben negativ gewesen seien. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass der erste Nachweis fehlerhaft war. Oder der Erreger befand sich nur sehr kurz in dem Bach. Dort waren auch in vergangenen Jahren hin und wieder Ehec-Erreger festgestellt worden. In einer Pressemitteilung des hessischen Sozialministeriums hieß es, dass sich in Fließgewässern die mikrobiologische Belastungssituation ständig verändere. Auch eine regelmäßige mikrobiologische Untersuchung könne daher nicht sicherstellen, dass der Fluss hygienisch unbedenklich sei. „Deswegen gilt nach wie vor: In Hessen wird vom Baden in Fließgewässern abgeraten“, sagte eine Sprecherin. Dies habe auch bereits vor dem Fund des Ehec-Erregers im Erlenbach gegolten.

Gestern wurde bekannt, dass nun erstmals Menschen in Frankreich nach dem Verzehr von Sprossen an Ehec erkrankt sind. Auf den Sprossen sei derselbe aggressive Ehec-Erreger vom Typ 0 104 gefunden worden wie in Deutschland, teilten die Behörden mit. Sechs der zehn Patienten, bei denen blutiger Durchfall festgestellt wurde, hätten vor gut zwei Wochen auf einer Kirmes die Keimlinge gegessen, die als Dekoration auf eine Suppe gestreut worden waren. Bei zweien sei der Ehec-Erreger gefunden worden. Die Keimlinge kamen nach Angaben des Bundesverbraucherschutzministeriums in Berlin nicht aus Deutschland. Der französische Verbraucherstaatssekretär Frédéric Lefebvre lenkte den Verdacht auf Sprossen aus der Produktion eines britischen Unternehmens. mit AFP

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