Problembären : Bruder von Braunbär Bruno tot

Zwei Jahre nach dem Abschuss von Braunbär Bruno in Bayern ist auch sein Bruder erschossen worden. Die Schweizer Behörden hatten den Bären "JJ3" zuvor als gefährlich eingestuft - ihm fehlte die Scheu vor Menschen.

Braunbär Bruno
Präparierter Problembär Bruno. -Foto: dpa

FrankfurtEin weiterer Problembär ist tot: Braunbär Brunos Bruder wurde auf Anordnung der Behörden im Schweizer Kanton Graubünden erschossen. Das Tier "JJ3" habe sich seit dem Erwachen aus dem Winterschlaf vor mehreren Wochen auf der Suche nach Nahrung immer wieder menschlichen Siedlungen genähert, sagte Astrid Deilmann von der Umweltorganisation WWF. Versuche, den Bären mit lauten Geräuschen und Gummigeschossen zu vergraulen, hätten nicht gefruchtet.

Deilmann kritisierte, dass die Behörden den "einfachsten und logischsten Schritt" nicht gegangen seien. Nach Ansicht der WWF-Sprecherin hätte die Bevölkerung intensiv darüber aufgeklärt werden müssen, keine Speisereste in Mülltonnen zu werfen. Der Bär sei in den Siedlungen leicht an Nahrung gekommen. "Er hat sich nie Menschen genähert", betonte Deilmann. "Er hat auch nie jemanden angegriffen."

Bärenpopulation in Italien wächst

Vor knapp zwei Jahren war Bruno auf Anweisung des damaligen bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf (CSU) erschossen worden. Der in den Alpen umherstreifende Braunbär hatte zuvor zahlreiche Nutztiere gerissen und sogar Ställe aufgebrochen. Seit 27. März ist das ausgestopfte Tier im Museum Mensch und Natur zu sehen.

Bruno und seine Brüder kamen vermutlich aus Norditalien, wo die Bärenpopulation nach einer Wiedereinführung wächst. Überlebt haben bislang nur die Bären, die ihre gesunde Furcht vor der Menschheit bewahrt haben. In der Schweiz hatte es hundert Jahre lang keine Bären gegeben, der erste Meister Petz war im Juli 2005 dort wieder aufgetaucht. Einer der Sohlengänger befindet sich weiterhin in Graubünden, hat aber bislang die Wege der Menschen fast nie gekreuzt.

Nicht nur im italienischen Trentino, auch in Slowenien und der Slowakei leben mindestens 300 Bären, die dort sogar noch bejagt werden. Im Karpatenbogen zwischen Rumänien und Bulgarien sind es etwa 8000 Bären. In Bayern wurde nach der Erfahrung mit Bruno ein Bärenmanagement-Plan entwickelt, um künftig ein Zusammenleben mit dem Menschen zu ermöglichen. (ck/ddp/AFP)

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