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Provinz Yunnan : Zahl der Toten bei Erdbeben in China steigt auf 381

Das stärkste Beben seit Jahren erschüttert Chinas Südwestprovinz Yunnan. Den Rettern bietet sich ein Bild der Verwüstung. Sie ziehen immer mehr Leichen aus den Trümmern. 381 Menschen kamen ums Leben, rund 1880 sind verletzt.

Die Stromversorgung brach zusammen, Häuser fielen in sich zusammen.
Die Stromversorgung brach zusammen, Häuser fielen in sich zusammen.Foto: AFP

Beim stärksten Erdbeben seit Jahren in Chinas südwestlicher Provinz Yunnan sind mindestens 381 Menschen getötet worden. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Rettungskräfte am Montag. Das Beben der Stärke 6,5 ereignete sich laut Chinas Erdbebenwarte am Sonntag um 16.30 Uhr Ortszeit. Seit 14 Jahren hat es laut CCTV kein Beben mehr in dieser Intensität in der Provinz Yunnan gegeben.

Das Epizentrum lag rund zehn Kilometer nordwestlich der Stadt Wenping. Laut Xinhua ereignete sich das Beben um 16.30 (Ortszeit, 10.30 Uhr MESZ). Die betroffene Bergregion liegt im Nordosten von Yunnan an der Grenze zur Nachbarprovinz Sichuan. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von Menschen, die aus ihren Häusern rannten.

Gegend gleiche einem "Schlachtfeld nach einer Bombardierung"

In Online-Netzwerken verbreiteten sich Bilder eingestürzter Gebäude, deren Bewohner verzweifelt nach Überlebenden in den Trümmern suchten. "Die Mauern mehrere Gebäude stürzten ein, Wasserleitungen barsten. Der Strom wurde unterbrochen", schrieb ein Nutzer aus dem Bezirk Ludian im Kurznachrichtendienst Weibo.

Ein anderer Einwohner Ludians berichtete Xinhua, die Gegend gleiche einem "Schlachtfeld nach einer Bombardierung". "Alles, was ich sehen kann, sind Ruinen." Die am schlimmsten getroffene Region Ludian mit knapp 266.000 Bewohnern liegt mehr als 300 Kilometer von der Provinzhauptstadt Kunming entfernt.

Die Bevölkerung in der Gebirgsregion lebe größtenteils in relativ instabilen Behausungen, erklärte die US-Erdbebenwarte. Laut dem chinesischen Staatsfernsehen wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr in die Gebirgsregion im Verwaltungsgebiet Qiaojia geschickt. Zudem seien rund 2500 Soldaten in die Region entsandt worden. Auch Suchhunde waren auf dem Weg in das Katastrophengebiet. Die Arbeit der Helfer könnte durch schwere Regenfälle erschwert werden, die vorhergesagt waren. Zudem war erst kurz zuvor eine wichtige Straße durch einen Erdrutsch beschädigt worden.

Vor 40 Jahren kamen bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in derselben Gegend mehr als 1500 Menschen ums Leben. Im Mai 2008 wurde die Nachbarprovinz Sichuan von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,0 erschüttert, das weite Landstriche verwüstete und zehntausende Gebäude zum Einsturz brachte. Mehr als 80.000 Menschen kamen damals ums Leben. Im Südwesten Chinas stoßen die eurasische und die indische Kontinentalplatte aufeinander, weshalb Erdbeben dort relativ häufig sind. (AFP)

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