Prozess-Auftakt : Lord an Côte d'Azur erdrosselt

Eine Bardame, die ihren adligen Ehemann umgebracht haben soll, hat vor Gericht in Nizza ihre Unschuld beteuert. Auch ihr mitangeklagter Bruder versicherte, der Lord sei durch einen Unfall ums Leben gekommen.

Nizza - Der reiche englische Lord Anthony Ashley-Cooper war im April 2005 erdrosselt auf einer Mülldeponie gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der aus Tunesien stammenden Bardame Djamila und ihrem Bruder Mord aus Habgier an dem zehnten Earl von Shaftesbury vor. Der Anklage zufolge hat der Bruder den 66-Jährigen erdrosselt, um an sein Geld heranzukommen. Seine Schwester, von der der reiche Lord sich habe scheiden lassen wollen, soll ihm bei der Tat geholfen haben. Außerdem habe sie ihm für den Mord 150.000 Euro bezahlt.

Nur ein Unfall?

"Ich bin unschuldig, meine Schwester ist unschuldig, das war nur ein Unfall", sagte der 43-jährige Mohammed zum Prozessauftakt. Seine Schwester Djamila erklärte, sie habe Lord Shaftesbury geliebt. "Er hat mir sehr viel Seelenlinderung gebracht, und er war für mich gleichzeitig ein Liebhaber und ein Vater", sagte die 45-Jährige.

Der im Nachtleben an der französischen Côte d'Azur bekannte Lord war im November 2004 nach einem Gespräch mit seiner Frau in Cannes spurlos verschwunden. Seine Leiche wurde erst fünf Monate später in Théoule-sur-Mer entdeckt. Die beiden Angeklagten beteuern, der Lord sei während einer Prügelei in ihrer Wohnung gestorben, es habe keinen Vorsatz gegeben. Die Anklage hingegen wirft den beiden vor, den Aristokraten in eine Falle gelockt und ermordet zu haben. Das Urteil des Geschworenengerichts soll am Freitag verkündet werden. (tso/dpa)

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