Prozess gegen Gustl Mollath : Die Angst seiner Frau

Gustl Mollath soll seine Ehefrau geschlagen und eingesperrt haben. Am zweiten Verhandlungstag schildert ein Polizist Details der angeblichen Übergriffe. Mollath selbst schweigt derweil zu den Vorwürfen.

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Gustl Mollath im Landgericht Regensburg. Foto: dpa
Gustl Mollath im Landgericht Regensburg.Foto: dpa

Im Prozess gegen Gustl Mollath vor dem Landgericht Regensburg haben am Dienstag die ersten Zeugen geschildert, wie der Angeklagte seine damalige Frau Petra misshandelt haben soll. Ein Polizist berichtete, wie die Frau im Januar 2003 auf der Wache erschien und angebliche Übergriffe zu Protokoll gab. Sie soll auch davon gesprochen haben, ihr Mann besitze illegale Schusswaffen. Sie fürchte, er setze sie gegen sie ein. Mollath wird unter anderem vorgeworfen, seine Frau getreten und gewürgt zu haben. Er selbst bestreitet die Taten und hat nach sieben Jahren in der Psychiatrie ein Wiederaufnahmeverfahren erreicht. Petra M., die wieder geheiratet hat, verweigert im neuen Prozess die Aussage. Dennoch kann das Gericht das Geschehen über Beamte aufzuklären versuchen, die die Frau damals vernommen haben.

Dem Polizisten zufolge habe Petra M. nach eigenen Angaben zunehmend unter Tätlichkeiten gelitten. Im August 2001 habe Mollath sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Im Mai 2002 habe sie "fluchtartig das Haus verlassen", weil Mollath sich erneut in eine "aggressive Stimmung hineingesteigert" habe. Als sie einen Tag später zurückgekehrt sei, um private Sachen zu holen, habe er sie im Arbeitszimmer eingesperrt. "Ich habe nichts zu verlieren", habe er gerufen und "ich bringe dich um". Als die Lebensgefährtin ihres Bruders wie verabredet an die Tür geklopft habe, habe sie die "Schrecksekunde" zur Flucht genutzt.

Hatte er eine Waffe?

Petra M. habe sich auch erkundigt, wie sie sich vor Nachstellungen ihres damaligen Mannes schützen könne, berichtete der Beamte weiter. Als mögliches Motiv habe sie dessen wirtschaftliche Nöte mit seinem Kfz-Betrieb genannt, während sie als Bankangestellte beruflich aufgestiegen sei. Offenbar habe Mollath das "Missverhältnis" wütend gemacht. Nach der Anzeige hat die Polizei Mollaths Wohnung durchsucht. Dabei hätten sich Angaben der Frau bestätigt, wonach eine "Langwaffe" im Haus gewesen sei. Dabei habe es sich jedoch um ein waffenscheinfreies Luftgewehr gehandelt. Eine Pistole, von der die Frau auch gesprochen hatte, fand sich nicht. Allerdings habe sie selbst gesagt, die Waffe nur vermutet zu haben. Mollath selbst will sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Er verweigert eine Aussage im Beisein des psychiatrischen Gutachters.

Der Beamte schilderte auch, wie sich Mollath zunächst geweigert habe, zur Durchsuchung die Tür zu öffnen. Er sei "sehr hartnäckig" gewesen, was selten vorkomme. Als er dann, nach Gewaltandrohung, schließlich öffnete, habe sich der Mann "leidlich kooperativ" gezeigt und weiter seinen "Unmut geäußert". Zugleich habe er über seine Autoleidenschaft gesprochen. "Er hat jede Menge erzählt" sagte der Zeuge. Der Polizist hatte vor seiner Vernehmung noch einmal seine Ermittlungsberichte aus dieser Zeit gelesen. Ein weiterer Beamter hatte keine Akten mehr verfügbar. Er war unter anderem mit angeblichen Übergriffen Mollaths auf seinen Schwager befasst. "Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern" erklärte er vor Gericht. Auch auf Vorhaltungen der Gerichts aus den Akten fiel dem Beamten kaum Detailliertes ein.

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