Prozess : Mann glaubte an Krebserkrankung und ließ sich töten

Ein Mann aus Bochum glaubte, schwer an Krebs erkrankt zu sein und ließ sich von einem Freund töten. Eine Obduktion ergab nun, dass es gar keinen Tumor gab.

Recklinghausen/BochumEin 40-jähriger Mann, der glaubte, schwer krebskrank zu sein, hat sich von einem Freund mit mehreren Messerstichen töten lassen. Davon geht die Staatsanwaltschaft Bochum nach ihren derzeitigen Ermittlungen aus. Bei der Obduktion sei allerdings kein Tumor diagnostiziert worden. Der 32-jährige mutmaßliche Täter hatte am Donnerstag bei seiner Festnahme angegeben, dass sein Freund ihn um die Tötung gebeten habe. Diese Aussage habe nach der Vernehmung von bisher sechs Zeugen Bestand, so die Staatsanwaltschaft am Freitag. Einen Abschiedsbrief gebe es jedoch nicht. Mehrere Zeugen, darunter auch die Eltern des Toten, hätten erzählt, dass der 40-Jährige in den Wochen zuvor von der schweren Krebserkrankung gesprochen habe. Ob der Mann bei seiner Tötung bei vollem Bewusstsein war, werde in den kommenden Wochen toxikologisch untersucht.

Der 40-Jährige war am Donnerstagmorgen tot in seiner Wohnung im elterlichen Haus gefunden worden, nachdem der 32-Jährige mutmaßliche Täter die Feuerwehr selbst über den Vorfall informiert hatte. Anschließend wurde die Polizei alarmiert. Sie nahm den Mann noch am Tatort fest. Sollte sich der Verdacht der Tötung auf Verlangen weiter bestätigen, muss der Mann mit einer Haftstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren rechnen. (saw/dpa)

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