Prozess : Mörder betonierten Leiche ein

Wegen unerfüllten Geldforderungen haben drei Männer ihr Opfer kaltblütig erschossen und anschließend seine Leiche einbetoniert. Am Donnerstag begann in Darmstadt der Prozess.

Darmstadt - Die Anklage gegen die 26, 30 und 32 Jahre alten Tatverdächtigen lautet auf gemeinschaftlichen Mord aus Habgier und Heimtücke. Hintergrund für die Tat sollen Geldforderungen im Zusammenhang mit Betrügereien gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft hatte das Opfer, das als Friseur arbeitete, von dem 30-Jährigen die Rückzahlung mehrerer tausend Euro verlangt.

Das aus dem Rhein-Neckar-Raum stammende Opfer war Anfang November 2005 verschwunden. Mitte Dezember 2005 entdeckte die Polizei seine Leiche in Bensheim im Keller einer Autowerkstatt, die einem der Täter mit gehörte.

Grube mit Beton verschlossen

Wenig später wurden die drei Verdächtigen festgenommen. Laut Anklage hatten sie den 24-Jährigen unter einem Vorwand in ihr Auto gelockt und ihn während der Fahrt durch Genickschuss getötet. Danach sollen die Männer ihr Opfer in die Werkstatt gefahren, in Mülltüten gehüllt und in eine ausgehobene Grube gelegt haben, die dann mit Beton verschlossen wurde.

Zwei Verdächtige - darunter der 30-Jährige - nahm die Polizei in Mainz fest. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fand sich auch die mutmaßliche Tatwaffe. Laut früheren Angaben der Ermittler hatten die Tatverdächtigen und das Opfer in der Vergangenheit eine größere Anzahl von Verkehrsunfällen fingiert und Versicherungsgesellschaften betrogen. Wegen eines fingierten Unfalls seien der 24-Jährige und der 30-Jährige schließlich in Streit geraten.

Für den Prozess vor der 11. Strafkammer des Landgerichts sind zunächst 14 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Anfang April fallen. (tso/ddp)

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