Prozess : Schuldspruch für O.J. Simpson

Nach einem dreiwöchigen Prozess steht das Urteil fest: Schuldspruch für den amerikanischen Ex-Footballstar O.J. Simpson. Wegen bewaffneten Raubüberfalls droht ihm jetzt lebenslange Haft.

Simpson
O.J. Simpson vor Gericht. -Foto: dpa

Las VegasIm Prozess gegen den früheren US-Footballstar O.J. Simpson in Las Vegas haben die Geschworenen den Angeklagten am Freitag des bewaffneten Raubüberfalls und der Entführung für schuldig befunden. Nach dem dreiwöchigen Verfahren in Las Vegas beriet die Jury 13 Stunden lang, bevor sie zu ihrer Entscheidung kam. Vier von Simpsons mutmaßlichen Komplizen belasteten Simpson während der Verhandlung, einer sagte zu seinen Gunsten aus. Nach dem Schuldspruch muss der 61-jährige frühere Sportstar mit lebenslanger Haft rechnen. Das gilt auch für seinen ebenfalls schuldig gesprochenen Mitangeklagten Clarence Stewart.

Simpson nahm die Verkündigung des Schuldspruchs ohne sichtliche Emotionen auf. Die Bezirksrichterin Jackie Glass lehnte kurz danach den Antrag der Verteidigung ab, Simpson gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß zu setzen und ließ ihn in Handschellen abführen. Das Strafmaß soll am 5. Dezember verkündet werden.

Verteidugung stellt Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage

Simpson war angeklagt, im September vergangenen Jahres zusammen mit anderen das Zimmer zweier Andenkenhändler im Hotel-Kasino Palace Station in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada gestürmt und die Herausgabe persönlicher Erinnerungen im Wert von 100.000 Dollar gefordert zu haben. Simpson wollte nach eigenen Angaben lediglich ihm gestohlene Souvenirs zurückholen.

Die Staatsanwaltschaft machte geltend, dass der frühere Ausnahmesportler von fünf Männern begleitet wurde, von denen zwei bewaffnet waren. Simpsons Verteidiger beteuerten die Unschuld ihres Mandanten und sagten, es seien keine Waffen im Spiel gewesen. Die Verteidigung bezeichnete die Zeugen der Anklage, einschließlich der beiden Andenkenhändler als unglaubwürdig, weil sie ihre Geschichte an Medien verkauften.

Simpson, der in den 1970er Jahren zu den bekanntesten Football-Profis der USA zählte, war 1995 in einem Aufsehen erregenden Indizienprozess von dem Vorwurf freigesprochen worden, seine frühere Ehefrau Nicole Brown-Simpson und deren Freund Ron Goldman ermordet zu haben. In einem späteren Zivilverfahren wurde er aber zur Zahlung von Entschädigungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt. (saw/AFP)

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