Prozess : Sexualstraftäter erneut angeklagt - Sohn als Kleinkind missbraucht

Er gilt als Tyrann, der seine Familie Jahrzehnte lang gequält hat: 20 Jahre nach dem ersten sexuellen Missbrauch steht der 60-Jährige erneut vor Gericht. Er ist bereits mehrfach als Sexualstraftäter vorbestraft. Seine Familie lebt inzwischen an einem geheimen Ort.

BerlinEr gilt als Familientyrann, ist als Sexualstraftäter mehrfach vorbestraft und soll jahrelang seinen kleinen Sohn sexuell missbraucht haben. Fast 20 Jahre nach dem ersten Missbrauch steht ein 60-jähriger Berliner nun seit Dienstag erneut vor Gericht. Aus Angst vor dem Mann sagen die Familienangehörigen, die versteckt leben, nur per Videokonferenz vor dem Landgericht aus.

Der heute 19-jährige Sohn war laut Anklage erstmals im Alter von vier Monaten von seinem Vater missbraucht worden; danach habe es bis zu seinem dritten Geburtstag mindestens 50 weitere Fälle gegeben. Hauptsächlich soll der Mann seinen leiblichen Sohn in sexueller Absicht geküsst und gestreichelt haben. Der mehrfach wegen Sexualstraftaten an eigenen und fremden Kindern verurteilte Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Familie lebt an geheimem Ort und ist in psychiatrischer Behandlung

Mit 18 Jahren hatte der Sohn seinen Vater angezeigt. Die Berliner Richter wollen ihn, seine Schwester und die inzwischen geschiedene Ehefrau des Angeklagten in einer Videokonferenz aus einem Gerichtssaal in einem anderen Ort zuschalten und anhören. Der Strafkammer liegen Gutachten vor, dass die Zeugen Aussagen in Berlin aus Angst vor dem Angeklagten nicht unbeschadet durchstehen würden. Die Familie lebt an einem geheim gehaltenen Ort und leidet an psychischen Störungen bis hin zu Selbstmordgefährdung.

Eine inzwischen 30-jährige Stieftochter des Angeklagten musste sich einem Gutachten zufolge mehrfach in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen. Bei Aussagen in Berlin befürchten Ärzte Panikattacken. 1993 wurde der Angeklagte zu fünf Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs des Mädchen verurteilt, sagte die Anwältin der Nebenklage am Rande des Prozesses. Der Angeklagte sei seit 1972 immer wieder wegen sexuellen Missbrauchs bestraft worden.

Nach Angaben der Nebenklagevertreterin hegt die Mutter den Verdacht, dass sich ihr damaliger Mann an allen Kindern vergangen hat. Die Ehe der früheren Verkäuferin sei von Gewalt und Angst geprägt gewesen. (saw/dpa)

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