• Prozess um erste deutsche Raucherklage vertagt Schwer kranker Mann fordert 213 000 Euro von Tabakkonzern

Welt : Prozess um erste deutsche Raucherklage vertagt Schwer kranker Mann fordert 213 000 Euro von Tabakkonzern

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(dpa). Der erste deutsche Prozess um SchadenersatzForderungen eines Rauchers gegen einen Tabakkonzern ist am Freitag ohne Ergebnis vertagt worden. Ein Urteil oder eine Entscheidung über die Fortsetzung des Verfahrens wird kommenden Freitag erwartet. Die Zweite Zivilkammer des Arnsberger Landgerichtes erörterte eine Stunde lang die Klage eines schwer kranken Rauchers und vertagte dann die Verhandlung, als keine Kompromissbereitschaft erkennbar war.

Der 56-jährige Kläger Wolfgang Heine aus Lippetal (Nordrhein-Westfalen) fordert vom Hamburger Zigarettenhersteller Reemtsma insgesamt 213 000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld, weil er durch seine fast 40-jährige Nikotinsucht zwei Herzinfarkte erlitten habe. Reemtsma bezeichnete die Argumente des Klägers als „weiterhin schwach“. Die Anwälte des Zigarettenherstellers verweisen darauf, dass die Herzinfarkte des Kettenrauchers ihre Ursache auch in Bewegungsmangel, genetischer Veranlagung oder Bluthochdruck haben könnten, und forderten, die Klage abzuweisen.

Heines Anwalt macht Reemtsma für die Erkrankungen seines Mandanten verantwortlich, weil der Konzern trotz besseren Wissens nicht vor den Suchtgefahren des Rauchens gewarnt habe. Bei Zigaretten handelt es sich nach Worten des Hammer Produkthaftungsanwaltes Burkhard Oexmann um „fehlerhafte Produkte, die bei ihrem sinngemäßen Gebrauch gesundheitsschädigend sind“.

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