Prozess um Festival : "Rock am Ring"-Veranstalter verliert Namensstreit

Ein Name, eine Rock-Institution: Fast 30 Jahre lang pilgerten Metal-Fans zu "Rock am Ring" am Nürburgring. Ab dem nächsten Jahr will Veranstalter Marek Lieberberg das Festival an einem anderen Ort ausrichten - doch ein Gericht entschied jetzt: Der Name gehört ihm nicht alleine.

Fans feiern die Band "Cro" beim Musikfestival "Rock am Ring". Ein Gericht entschied jetzt: Der Name des Festivals gehört Veranstalter Marek Lieberberg nicht alleine.
Fans feiern die Band "Cro" beim Musikfestival "Rock am Ring". Ein Gericht entschied jetzt: Der Name des Festivals gehört...Foto: dpa

Im Streit um den Namen des bekannten Musikfestivals "Rock am Ring" hat der Konzerveranstalter Marek Lieberberg am Montag vor dem Koblenzer Landgericht eine Niederlage einstecken müssen. Nur mit Zustimmung der Nürburgring GmbH dürfe Lieberbergs Konzertagentur eine Veranstaltung unter diesem Namen abhalten, entschied die für Handelssachen zuständige Kammer am Montag im Eilverfahren. An der weltbekannten Rennstrecke in der Eifel hatte "Rock am Ring" bisher immer stattgefunden.

Zwar habe sich Lieberbergs Agentur den Festivalnamen schon im Jahr 1993 markenrechtlich schützen lassen, doch "Rock am Ring" sei mehr als nur eine Marke, befanden die Richter. Es sei der Werktitel für ein "geistiges Produkt" - und das schon mindestens seit 1991 - und damit länger, als die Marke eingetragen ist. Inhaber des geschützten Werktitels "Rock am Ring" seien wiederum Lieberberg und die Nürburgring GmbH gleichermaßen.

Die Ring-Gesellschaft sei von Anfang an Mitveranstalterin des Festivals gewesen, begründeten die Richter ihre Entscheidung weiter. "Im allseitigen Einvernehmen" seien die Partner stets gemeinsam als Veranstalter aufgetreten. Daher komme es für die Rechte an der Bezeichnung "Rock am Ring" nun nicht darauf an, dass allein Lieberbergs Agentur für die musikalisch-künstlerische Ausrichtung des Festivals verantwortlich gewesen sei.
"Rock am Ring" fand über Jahrzehnte am Nürburgring statt, Anfang Juni aber zum letzten Mal. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass sich Lieberberg und der Automobilzulieferer Capricorn, der den insolventen Nürburgring im März gekauft hatte, auf weitere Festivals nicht hatten einigen können. Das Nachfolgefestival am Nürburgring wird der Berliner Konzertveranstalter Peter Schwenkow unter dem Namen "Grüne Hölle" ausrichten.

Neues Festival womöglich in Mönchengladbach

Zugleich kündigte Capricorn ein neues Musik-Großereignis mit einem anderen Konzertveranstalter für das nächste Jahr am Ring an. Lieberberg kündigte im Gegenzug an, "Rock am Ring" in Zukunft an einem anderen Ort weiterbetreiben zu wollen. Dagegen war der Sanierungsgeschäftsführer der insolventen Nürburgring-Gesellschaft per einstweiliger Verfügung vorgegangen

Seine Vorbereitungen für ein neues Festival liefen schon seit Monaten, daran ändere auch die vorläufige Entscheidung des Landgerichts nichts, erklärte Lieberberg nach dem Urteil am Montag. "Wir starten neu", kündigte er an. Derzeit sei Mönchengladbach der Favorit unter mehreren potenziellen Standorten für sein neues Festival.

Die nahezu komplett im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz befindliche Betreibergesellschaft des Nürburgrings war 2012 in die Insolvenz gerutscht. Anfang März dieses Jahres war das Veranstaltungsgelände in der Eifel, zu dem auch ein Freizeitpark sowie Hotels gehören, an Capricorn verkauft worden. Der Automobilzulieferer übernimmt ab 2015 die Geschäfte am Ring.

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