Prozess : Zeugen widersprechen Holzklotz-Werfer

Der Mann soll einen Holzklotz von einer Autobahnbrücke geworfen haben, der eine Frau tötete. Vor Gericht widersprachen sieben Zeugen seiner Darstellung: Der Klotz habe nicht schon vor der Tat auf der Brücke gelegen, sagten sie.

Oldenburg Im Prozess um den tödlichen Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke haben sieben Zeugen einer entscheidenden Version des Angeklagten widersprochen. Der drogenabhängige Angeklagte hatte sich im April 2008 zunächst als Zeuge bei der Polizei gemeldet und behauptet, er habe den sechs Kilogramm schweren Klotz wenige Stunden vor dem Verbrechen auf der Brücke gesehen und zur Seite gestellt. Diese Version bestätigte am Freitag keiner der als Zeugen befragten Passanten. "Da war nichts Auffälliges", sagte ein 71 Jahre alter Zeuge im Landgericht Oldenburg. "Ich bin absolut sicher, einen solchen Holzklotz hätte ich gesehen."

Die Anklage in dem Mordprozess wirft dem heroinsüchtigen Nikolai H. vor, den Klotz am Ostersonntag 2008 auf die Autobahn 29 bei Oldenburg geworfen und so eine zweifache Mutter aus Nordrhein-Westfalen getötet zu haben. Die Fahnder hatten den psychologischen Druck auf den Täter Tag für Tag erhöht. Nach Berichten über einen Massengentest hatte sich der heute 31-Jährige als Zeuge gemeldet und behauptet, der Holzklotz habe auf der Brücke gelegen.

Angeblich machte der Angeklagte widersprüchliche Aussagen

Er habe den Klotz an den Rand des Gehweges gestellt und sei dann mit dem Rad weitergefahren, sagte Nikolai H. damals. Nach Angaben der Polizei verwickelte er sich bei dieser Befragung in Widersprüche. Im Mai räumte er die Tat schließlich ein, widerrief sein Geständnis aber später. Seitdem macht er keine Angaben mehr zu dem Verbrechen.

Zuletzt war der Mann im Streit um ein einmonatiges Fernsehverbot im Gefängnis in einen Hungerstreik getreten. Diesen beendete Nikolai H. aber schon nach zwei Tagen. Mitarbeiter des Gefängnisses berichteten, der Angeklagte sei "wenig kooperativ" und habe einige Justizangestellte beleidigt. Der 31-Jährige sei aber beim Sport sehr engagiert und zu Mithäftlingen "gesellig und gut gelaunt". Der Mordprozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt. (jnb/dpa)

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