Prozessauftakt : 19-Jährige verbrüht kleines Kind

Weil der kleine Sohn ihres Freundes frech ist, verbrüht ihn eine 19-Jährige in einer mit heißem Wasser gefüllten Badewanne. Der kleine Nico überlebt nur knapp. Nun muss die junge Frau sich wegen Misshandlung vor Gericht verantworten.

NeubrandenburgEine 19-Jährige soll einen dreijährigen Jungen absichtlich in 60 Grad heißes Badewasser gesetzt und ihn so verbrüht haben. Seit Dienstag muss sich nun die junge Frau wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Der kleine Nico hatte noch Glück. "Ein Bekannter kam am 3. März zufällig dazu, wie der Dreijährige in der Wohnung verbrüht und in Handtücher gehüllt am Boden saß", schildert Rechtsanwalt Markus Astfalck, der als Nebenkläger auftritt, das Geschehen. Der Bekannte rief die Ärzte, Nico überlebte nur knapp.

Schon nach 30 Minuten schließt die Kammer die Öffentlichkeit aus, weil negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Frau zu befürchten seien. Ein psychiatrischer Gutachter hat der Frau den Entwicklungsstand einer Jugendlichen attestiert. Das Urteil soll - wieder öffentlich - am 9. September gesprochen werden.

Sie wollte ihm eine "Lektion" erteilen

Nach Angaben der Staatsanwältin soll die 19-Jährige im Februar 2008 bei ihrem 27-jährigen Freund gewohnt und zeitweise drei kleine Kinder betreut haben - ihr damals sechs Monate altes Baby sowie die Kinder des Freundes aus einer anderen Beziehung - Nico und seine Schwester. Der Freund war aber selten zu Hause. Laut Anklage war der Dreijährige frech gegenüber der „Neuen“, was diese ärgerte. So soll sie Nico Ende Februar schon zweimal mit dem Kopf auf den Fußboden gestoßen haben, wovon dieser Kopfverletzungen davontrug. Etwa zehn Tage später soll sie ihm erneut eine "Lektion" erteilt haben. Die Frau ließ laut Anklage 60 Grad heißes Wasser in eine Wanne und setzte das Kind hinein.

Als Nico aus der Wanne wollte, habe sie das im Wasser hockende Kind festgehalten. "Er war dann nicht mehr ansprechbar, sein Zustand hochgradig lebensbedrohlich", so die Anklage. Hilfe holte die Frau nicht. Sie gab später erst einen Unfall an. Als Ärzte das nicht glaubten, gab sie die Absicht zu. Sie habe sich überfordert gefühlt und Eifersucht empfunden. (sgo/dpa)

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