• Prozessurteil: Studentin bei lebendigem Leib verbrannt - lebenslange Haftstrafe

Prozessurteil : Studentin bei lebendigem Leib verbrannt - lebenslange Haftstrafe

Vermutlich aus Frustration und verletzter Eitelkeit hat ein 22-jähriger Mann eine Zufallsbekanntschaft gewürgt, mit einem Hammer geschlagen und angezündet. Die Frau starb qualvoll, der Täter muss nun lebenslang hinter Gitter.

BerlinZehn Monate nach dem grausamen Feuertod einer Studentin ist ein 22 Jahre alter Koch am Freitag vom Berliner Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Auffassung des Gerichts, würgte der Mann die 20-Jährige am 10. Februar in ihrer Wohnung in Weißensee und schlug mit einem Hammer mehrfach auf sie ein. Dann übergoss der Täter sie mit Nagellackentferner und zündete sie an. Als Motiv geht das Gericht davon aus, dass der 22-Jährige frustriert war, weil ihn die junge Frau zurückgewiesen hatte. Die Chemiestudentin starb einen langsamen und qualvollen Tod.

Das Gericht ging davon aus, dass der Mann nicht erkannte, dass die Studentin noch lebte, als er sie anzündete. Der Angeklagte hatte die Tat bestritten. "Ich war es nicht, aber ich kann es nicht beweisen", hatte der 22-Jährige erklärt. Er nahm das Urteil ohne jegliche Regung zur Kenntnis. Die Eltern des Opfers hatten ein Foto ihrer Tochter im Gerichtssaal aufgestellt. Ihr Anwalt hatte von einem "Mord von erbarmungsloser Brutalität" gesprochen.

Eine "lückenlose Indizienkette"

Die Studentin und der junge Mann hatten sich in der Nacht zum 10. Februar kennengelernt und in einem Imbiss geflirtet. Anschließend waren sie zu der Studentin gegangen. Was sich in der Wohnung abspielte, konnte das Gericht nicht vollständig klären. "Es muss einen Punkt gegeben haben, wo die Frau sich wehrte. Der Angeklagte entschloss sich aus Verärgerung zu töten", argumentierte Richter Ralph Ehestädt.

Das Gericht stützt sein Urteil auf eine "lückenlose Indizienkette". In der Wohnung des Mannes fand die Polizei Kleidung der 20-Jährigen und ihre Kamera. In der Wohnung der Studentin lag sein Schlüssel. Fingerabdrücke wurden gesichert. Außerdem habe der Angeklagte einige Monate vor dem Mord eine damalige Freundin angegriffen und gewürgt. Die Frau hatte sich von ihm getrennt. (ah/dpa)

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