Psycho-Pilze : Nackt durch die Einkaufsstraße

Jung, männlich und Tourist - das ist das Profil der meisten Verursacher medizinischer Hilfseinsätze im Zusammenhang mit halluzinogenen Pilzen in der niederländischen Metropole Amsterdam. Leider gehen nicht alle Drogen-Experimente glimpflich aus.

Psycho-Pilze
Sogenannte "Magic Mushrooms". -Foto: dpa

AmsterdamIm vergangenen Jahr seien Ärzte in Amsterdam 149 Mal Konsumenten der "Magic Mushrooms" genannten Psycho-Pilze zur Hilfe gekommen, teilte die städtische Gesundheitsbehörde in ihrem am Samstag veröffentlichten Jahresbericht mit. Das entspreche im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 19 Prozent. Demnach handelte es sich bei 92 Prozent der Fälle um Touristen. Die auffälligen Konsumenten sind zudem zur Hälfte jünger als 24 Jahre und zu 79 Prozent männlich.

Während der Verkauf der Pilze in getrocknetem Zustand bereits verboten ist, sind die "Magic Mushrooms" in frischem Zustand in sogenannten Smartshops in Amsterdam und anderen großen Städten frei verkäuflich. Um dem Problem mit den Psycho-Pilzen Herr zu werden, hatte die niederländische Regierung Ende April eine Gesetzesinitiative zum vollständigen Verbot der Pilze angekündigt. Die Mehrheit der Parlamentsabgeordneten signalisierte bereits ihre Zustimmung zu dem Vorhaben.

Gerade Amsterdam ist ein beliebtes Ziel für junge Touristen, die mit Drogen experimentieren wollen. Anfang Oktober des vergangenen Jahres war ein deutscher Tourist nach der Einnahme solcher Pilze nackt durch eine Einkaufsstraße von Amsterdam spaziert. Im März 2007 hatte sich eine 17-jährige Französin von einer Brücke in Amsterdam in den Tod gestürzt, nachdem sie Psycho-Pilze gegessen hatte. (ck/AFP)

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