Welt : Pünktlich zum Fest – Bahn teurer

Berlin - Mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag erhöht die Deutsche Bahn auch ihre Preise. Zugfahrten werden im Durchschnitt 3,9 Prozent teurer. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise regt sich dagegen Widerstand. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte am Freitag, auf die Anhebung zu verzichten. Die Grünen plädierten sogar für Preissenkungen, um Bahnfahren attraktiver zu machen. Je nach Strecke fällt die Preiserhöhung am 14. Dezember unterschiedlich aus. Zweiter Klasse kostet es im InterCityExpress (ICE) dann zum Beispiel von Frankfurt am Main nach München 89 statt 85 Euro, von Hamburg nach Hannover 40 statt 39 Euro. Für die Bahncard mit 50 Prozent Rabatt sind 225 Euro zu zahlen, fünf Euro mehr als bisher. Eine Bahncard mit 25 Prozent Ermäßigung kostet künftig 57 statt 55 Euro. Für das Schöne-Wochenende-Ticket sind nun 37 Euro zu berappen (bisher 35 Euro). Die Preise für Ländertickets werden um einen Euro angehoben.

Der Pro-Bahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann kritisierte, die Erhöhung „passt überhaupt nicht in die wirtschaftspolitische Landschaft“. Während viele Verbraucher im nächsten Jahr weniger Geld in der Tasche haben würden als jetzt, schlage die Bahn mit ihren Preiserhöhungen weit jenseits der Inflationsrate zu. „Dafür haben wir kein Verständnis.“ Die von der Bahn genannte Begründung, die Energiepreise seien gestiegen, klinge den Fahrgästen inzwischen „wie Hohn in den Ohren“. Die Benzinpreise seien seit Jahren nicht mehr so niedrig wie jetzt gewesen. Der Verband befürchtet daher die Rückkehr vieler Bahnfahrer zum Auto. Der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann wies auf eine stagnierende Auslastung im Fernverkehr hin. „Wenn man Züge besser auslasten will, muss man die Ticketpreise nach Schweizer Vorbild preisgünstiger machen.“ dpa

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