Welt : Pumuckl wird unsichtbar

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München - Der rothaarige Kobold Pumuckl darf nach einer erfolgreichen Klage seiner ursprünglichen Zeichnerin Barbara von Johnson gegen den Bayerischen Rundfunk vorerst weder in der Kindersendung „Pumuckl TV“ noch im Spielfilm „Meister Eder und sein Pumuckl“ gezeigt werden. Dem Sender und der Produktionsgesellschaft Infafilm drohen nach Angaben des Landgerichts München I „erhebliche Nachzahlungen“ an die Zeichnerin, die die Comicfigur 1963 bei einem Wettbewerb entworfen und für die Pumuckl-Autorin Ellis Kaut gezeichnet hatte. Später wurde die Figur vom Schwiegersohn Kauts gezeichnet.

Johnson hatte der Infafilm 1978 das Recht eingeräumt, Pumuckl für die bekannte Fernsehserie zu nutzen. Bei der Produktion des ersten Spielfilms 1982 mit „Meister Eder“ Gustl Bayrhammer sei sie aber nicht gefragt worden. Auch für Pumuckls Auftritte im Internet und auf Geschäftspapier habe Infafilm keine Lizenz, konstatierte das Gericht. Die Idee für Pumuckl-TV, mit inzwischen mehr als 400 einstündigen Sendungen sei ebenfalls nicht abgestimmt worden, obwohl das ganze Studio mit dem Rotschopf dekoriert sei. Der BR hatte die Sendung erst kürzlich in „Kobold-TV“ umbenannt.

Nach Eindruck der Kammer dürfte es Jahre gegeben haben, in denen Pumuckl fast täglich zu sehen war. Dafür soll Johnson jetzt einen finanziellen „Fairnessausgleich“ nach dem Bestsellerparagrafen des Urhebergesetzes erhalten – wie viel, das wird erst festgelegt, wenn klar ist, wie viel Geld Pumuckl den Produzenten eingespielt hat. Künftig muss seine erste Zeichnerin jeder Sendung zustimmen. AFP

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