Punktlandung : Weltraumtourist wieder zurück

Der US-amerikanische Unternehmer Greg Olsen ist nach zehn Tagen Aufenthalt im All wieder in der Steppe Kasachstans gelandet. Olsen ist wohlauf, habe gelächelt und eine Birne gegessen.

Moskau/Washington - Der amerikanische Weltraumtourist Greg Olsen und die abgelöste Besatzung der Internationalen Raumstation ISS sind am Dienstag wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt. Drei Stunden nach dem Abkoppeln von der ISS landete ihr russisches Sojus-Raumschiff um 3.09 Uhr MESZ in der Steppe von Kasachstan. Binnen Minuten fanden Retter die Kapsel der Raumfahrer Sergej Krikaljow, John Phillips und Olsen.

Der amerikanische Unternehmer Olsen (60), der sich das zehntägige Weltraumabenteuer für 20 Millionen US-Dollar (17 Millionen Euro) gegönnt hatte, überstand die Landung gut. Olsen habe gelächelt, an der Landestelle eine Birne gegessen und mit den Rettungskräften geredet, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit.

Der US-Astronaut John Phillips sei nach mehr als sechs Monaten im All bei der Landung ohnmächtig geworden und mit Riechsalz belebt worden. «Direkt nach dem Aufprall spüren die Raumfahrer oft ihre Erschöpfung», sagte der Mediziner Waleri Bogomolow. Dies sei nicht Besorgnis erregend. Der russische Kosmonaut Sergej Krikaljow kehrte als doppelter Rekordhalter auf die Erde zurück. Bei der Rekordzahl von sechs Aufenthalten im All hat er dort 803 Tage verbracht, mehr als jeder andere Raumfahrer. Gegen Mittag trafen die drei Rückkehrer mit dem Flugzeug in Moskau ein.

Krikaljow und Phillips hatten 179 Tage auf der ISS gearbeitet. Sie wurden von William McArthur aus den USA und Waleri Tokarew aus Russland abgelöst, die nun ihrerseits sechs Monate im All bleiben. Neben den beiden sollte eigentlich auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter in der ISS forschen und arbeiten. Wegen der andauernden Probleme der US-Raumfahrtbehörde NASA mit den Space Shuttles war der Starttermin für den Deutschen aber mehrfach verschoben worden. Reiter soll jetzt als Passagier bei dem geplanten Shuttle-Start im Mai 2006 zur ISS reisen.

Olsen hatte als erster Nichtfachmann auf der ISS auch an wissenschaftlichen Experimenten mitgewirkt. Die russische Raumfahrt wolle in Zukunft verstärkt «kommerziellen Forschungsreisenden» einen Platz geben, nicht mehr reinen Touristen, sagte Nikolai Sewastjanow vom Raketenbaukonzern Energija. (tso/dpa)

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